Aufsatz 
Über Strabos Geographica, insbesondere über Plan und Ausführung des Werkes und Strabos Stellung zu seinen Vorgängern
Entstehung
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Bewegung gesetzte Geographie genannt werden könnte, diese die natürlichen mitbedingenden Faktoren der geschichtlichen Thatsachen aufweist. Die Geschichte Korinths in VIII 6, 20 G 378, sein Wachs- tum und stets zunehmender Reichtum unter den einzelnen Herrschern gründet sich auf die hervorge- hobene Gunst der geographischen Lage an zwei inmitten der Griechenwelt liegenden Meeren; die Topo- graphie von Cyzikus erklürt die Operationen Mithridats bei Belagerung dieser Stadt XII 8, 11 C 575 f.; die Geschichte seiner Flucht wird verständlich durch die beigegebene Schilderung des armenischen Berglandes XII 3, 28 C 555; Alexander der Große eroberte Termessus, weil es der Schlüssel des Übergangs aus Pisidien durch die Engpässe des Sardemisus nach der pamphylischen Küste war XIV 3, 9 C 666. Der Zug der Macedonier am pamphylischen Meere und deren Gefahren veranschaulichen die Schwierigkeit der Küstenpassage und die Gewalt der Brandung(ebendaselbst), die Zuweisung eines Teiles Ciliciens an Kleopatra durch Antonius erhält ihre Erklürung durch die Bedeutung dieser Ge- genden und insbesondere Hamaxias für die Gewinnung und den Transport von Schiffsbauholz zur Auf- stellung einer Flotte XIV 5, 3 C 669. Das Schicksal der Perserflotte an den einzelnen Punkten der thessalischen Küste ergiebt sich aus der geschilderten Eigentümlichkeit derselben IX 5, 22 C 443; die Beschreibung der Zugäünge aus Oberitalien nach Etrurien hängt eng mit der Erzühlung von dem Zuge und dem Siege Hannibals in dortiger Gegend zusammen V 2, 9 GC 226 f.; eine Darstellung des Zu- standes Samniums zur Zeit Strabos macht einen kurzen Bericht der Sullanischen Kümpfe erforderlich V 4, 11 G 249; ganz dasselbe ist von Lukanien und seiner früheren Geschichte zu sagen VI 1, 2 C 253. Die Weite der Überfahrt von Sicilien nach Karthago wird durch die Notiz über den punischen Späher auf Lilybäum veranschaulicht VI 2, 1 G 267; die Beschreibung der Zugünge aus Kolchis, Al- banien und Armenien nach Iberien(Grusien) scheint in ihrer Ausführlichkeit mit Angabe des genauesten Details ¹) auf den Angaben des Teilnehmers einer Expedition durch diese Gebiete zu beruhen; die Be- nutzung eines der Pässe durch Pompeius wird ausdrücklich erwähnt XI 3, 4 f. C 500 f. So hängen weiter geschichtliche Erzühlung und geographische Beschreibung eng zusammen in XV 1, 26 G 697 (Natur der Indischen Grenzgebiete gegen Iran und Alexanderaug), XV 2, 10 C 724 f.(Schilderung des Paropanisus und Baktriens und Verfolgung des Bessus²), III 4, 9 C 160 die Beschreibung der römischen Heerstraßze durch Ostspanien und der Zug Cäsars zur Schlacht bei Munda, VIII 1, 2 C 333 die Ver- breitungsbezirke der griechischen Dialekte in Kleinasien, und die Wanderungen der Stämme.

Die geschichtlichen Ubersichten sind, wie VIII 5, 5 C 365 f. über Sparta, XV 3, 23 und 24 C 735 f. über die Zusammenstöße zwischen Hellenen und Persern zeigen, kurz und mit Uber- gehung des historischen Details zweckentsprechend gehalten. Ein lehrreiches Beispiel der Art und Weise des Entstehens solcher geschichtlichen Summarien giebt VIII 7, 13 G 383 ff. aus der Ge- schichte der Achäer, das aus den weitläufigen⁰) und sich oft wiederholenden Angaben des Polybius (II, 38 44) in sehr verständiger Weise zusammengezogen ist. Da Strabo mit den ältesten Zeiten zu beginnen pflfegt, so genügten ihm in§ 1 des Polybius Mitteilungen nicht. Dagegen ist aus

¹)»Der Phasis wird wegen seiner Windungen 120mal überbrückt,.. der Ausgang des T'lußzthals wird durch ein festes Kastell beschützt,.. aus Albanien führt zuerst ein ausgehauener Eingang durch Felsen, nachher« u. s. w.

¹) Daß die Verbindung eine beabsichtigte sei, sagt er selbst ausdrücklich: PDyoly ν τι τ‿ ππως ri Aex Seroav ògervihe Lre ⁴αιιω Iοοσιυσνσσ(ρννσασ ναν v0ν&eꝓαρα ο ιωκν τοεs πέςε Bοοσꝓν

²) So urteilt Strabo selbst a. a. O. 8 3 ekra Aéyer iridαemν ob A τ‿ν νε A, ore eg! AXGι 6*ρ⁴. Will man diese Worte mit Meineke als Glossom ansehen, so mufz man eine genaue Vergleichung des Polybius mit Strabo durch den Glossator voraussetzen, die durchaus unwahrscheinlich ist.