Aufsatz 
Bericht über die an der Anstalt abgehaltenen physikalischen Schülerübungen
Entstehung
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Denkweise zu berichtigen, ihre Gesinnung zu veredeln. Grundlage des Unterrichts auf den Gymnasien sollen die alten Sprachen sein, das Griechische in weit höherem Grade als das Lateinische. Friedrichs Urteil über die deutsche Literatur, soweit er sie kenne, sei milde und freundlich. Er erwartet auch für Deutschland eine klassische Literatur und sieht im Geiste voraus, daß alle Nachbarvölker deutsch lernen und daß sich dereinst die deutsche Sprache von einem Ende Europas bis zum anderen verbreitet. Daß der große König selbst es war, der unserer Literatur den Boden bereitete, fand in der Rede den gebührenden Ausdruck.

Bei der Prämienverteilung wurden ausgezeichnet: Friedrich Schmidt OI, Wilhelm Eilbott OII, Paul Ahl, Max Gottscho, Karl Lewalter, Hermann Stiefel UII, Wilhelm Bernhardt, Adolf Radtke OIII, Gottfried Bornemann, Hermann Dienstbach, Wilhelm Molitor UIII, Ernst Blüthenthal, Heinrich Fuchs, Willi Schwebel Walter Staat IV, Wilhelm Ackermann, Otto Brien, Heinrich Hauenstein, Otto Hege, Willi Reinecke V, Helmut Bornemann, Josef Pflumm VI.

Den Sedantag beging die Anstalt durch Klassenausflüge. Auf die Bedeutung des Tages wurden die Schüler am Tage vorher hingewiesen.

Am 30. September gedachte der Direktor vor versammelter Schulgemeinde des hundertjährigen Geburtstages Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta. In seiner Gedächtnisrede würdigte er besonders die Verdienste der Kaiserin um die Krankenpflege im Kriege.

Der 10. Mai war für Frankfurt in der Erinnerung an den im Jahre 1871 geschlossenen Frieden ein besonderer Festtag. Der Unterricht fiel an diesem Tage aus. Tags zuvor hatte Herr Oberlehrer Dr. Manger in der Aula vor Lehrern und Schülern auf die Bedeutung des Tages in einer erfrischenden Rede hingewiesen.

Am 30. Mai unternahmen sämtliche Klassen Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung Frankfurts. Am 24. September errangen unsere Schüler in einem Wettrudern gegen die Mannschaften der Klinger- Oberrealschule und der Musterschule nach hartem Kampfe, der auch den Besiegten alle Ehre machte, den von der Frankfurter Rudergesellschaft Germania für das Schülerrudern gestifteten Wanderpreis, einen prachtvollen silbernen Schild. Die Sieger waren: Ernst Leyh, Adolf Hermann, Erich Wilhelm, Karl Kimbel, Hans Kettner(Steuer); ihre Namen sind auf dem Schilde eingraviert.

Am 18. Oktober, dem Geburtstage des erhabenen Stifters der Anstalt, wurde ein Schülerturnverein ins Leben gerufen. Die Zahl der Mitglieder betrug während des Winters 34. Herr Dr. Kahle führte die Aufsicht über den Verein, der von den Obmännern Hermann Kahle und Benno Reifenberg aus 0I geleitet wurde. Neben den regelmäßigen Ubungen am Mittwoch Nachmittag wurden auch zuweilen Turnfahrten unternommen. Am 28. Februar fand ein Preisturnen statt. Folgende Schüler errangen Preise und zwar in Gruppe I: E. Eldracher, Ittmann, Lewalter, Weber U II, Blüthenthal, Busch, Helfrich, Karl Meyer, Th. Müller, W. Müller, Roelen 0 III; in Gruppe II: Bornemann, Bürger, Dienstbach, Feser, Gruber, Jansen, Kleinhenz, v. Laer, Sekles, Thyriot, Wex UIII.

Am 16. September hielt Herr Dr. Wilhelm Steitz, der längere Zeit als Lehrer in Chicago tätig gewesen war, einen Vortrag über nordamerikanisches Schulwesen, zu dem auch die Eltern der Schüler sowie die Lehrerkollegien der anderen höheren Schulen Frankfurts eingeladen waren. Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit dem anziehenden, lehrreichen Vortrage.

Am 14. und 15. Dezember fand eine musikalische Abendunterhaltung statt. Die Aufführung dienteZum Preis des Liedes und brachte folgende Vorträge zu Gehör: 1. Chor:(mit Begleitung von Klavier und Geigen) Festgesang aus Iphigenia in Aulis, Chr. W. v. Gluck. 2. Prolog(verfaßt von Fr. Mayer UI, gesprochen von G. Müller U J). 3. Chor: Weihe des Gesanges, W. A. Mozart. 4. Deklamation: Die Macht des Gesanges(Holtz U D, Fr. v. Schiller. 5. Liedervortrag: a) Der Sänger, b) An die Musik (Herborn O0 D, Fr. Schubert. 6. Chor: Freie Kunst, J. H. Stuntz. 7. Deklamation: Wie süß Horand sang, ausGudrun(Ropte UD). 8. Quartette: a) Des Sängers Sohn, Irisch; b) Des Sängers Grab, Schott. Volks- weise. 9. Klaviervortrag: a) Lied ohne Worte, F. Mendelssohn-Bartholdy; b) Kl. Romanze, R. Schumann; c) An den Frühling, Ed. Grieg(Ittmann U ID). 10. Liedervortrag: Der Nöck(Herborn 0 D, C. Loewe. 11. Schüler der Sexta: a) Aufmunterung 2. Singen, C. Fink; b) Deutscher Hochgesang, A. Methfessel. 12. Männerchöre:(4stg.) a) Wahlspruch, H. Schrader; b) Frisch gesungen, Fr. Silcher. 13. Schüler der Quinta: a) Ermunterung z. Gesange, Volksweise; b) Sängerlied, A. Hiller. 14. Chor: Liedesfreiheit, H. Marschner. 15. Männerchor:(3stg.) Das Deutsche Lied, F. W. Kalliwoda. 16. Violinchor und Klavier: Jubel- OQuverture, C. M. von Weber.