Aufsatz 
Bericht über die an der Anstalt abgehaltenen physikalischen Schülerübungen
Entstehung
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Am 17. Mai erkrankte Herr Prof. Lic. Dr. Krebs, dessen Gesundheitszustand uns schon in den letzten Jahren ernste Besorgnis erregt hatte. Zunächst erteilte er noch eine Zeit lang auf seinen dringenden Wunsch den hebräischen Unterricht, aber nach den Sommerferien mußte er auch diese Stunden aufgeben, und bald wurde es uns zur Gewißheit, daß seine Kräfte zu Ende gingen Am 23. September erlag er seinem langen Leiden. Nicht nur für seine Gattin und seine Kinder, sondern auch für uns bedeutete sein Hinscheiden einen schweren Verlust. An seinem Grabe widmete ihm der Direktor im Namen des Lehrkörpers folgenden Nachruf:

Schmerzlich bewegt steht das Lehrerkollegium an dem Grabe seines Seniors. Wir Lehrer betrauern in dem Entschlafenen einen hochverehrten Amtsgenossen, einen liebenswerten, edlen Freund, einen treuen Mitarbeiter, der durch die Lauterkeit und Herzlichkeit seines Wesens, durch die Vornehmheit seiner Gesinnung, durch die Gewissenhaftigkeit seiner Pflichterfüllung uns allen stets vorbildlich war und unvergeßlich bleiben wird. Ihr Schüler verliert in Herrn Professor Krebs einen innig geliebten Lehrer, einen wohlwollenden Berater, dessen Her⸗ voll Liebe und Güte sich für jeden in gleicher Weise auftat. So vielen von euch hat er durch freundlichen Zuspruch den rechten Weg gezeigt, hat euch den Weg nach oben gewiesen, hat guten Samen unter euch ausgestreut, der reichlich Frucht gebracht hat und wills Gott noch hundertfältig Frucht bringen wird. U'ber 23 Jahre hat er mit reichem Segen an unserer Anstalt gewirkt. Ihr älteren Schüler habt ihn noch in der Erinnerung als eine Siegfriedsgestalt, habt ihn kennen gelernt in der Fülle seiner Kraft, in der Frische und Fröhlichkeit seines Wesens. Ihm war keine Mühe zu viel, keine Arbeit zu schwer. Aber auch als in der letzten Zeit seine Kräfte abnahmen und zur Neige gingen, konnte er nicht rasten und ruhen. Unermüdlich war er bemüht anderen zu helfen und zu dienen, sich selbstlos in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Er war ein Kämpfer und ein Held. Er hat uns durch sein Beispiel gelehrt, wie man auch unter Leiden mit Freudigkeit seine Pflicht tun kann. Wir wollen nicht unmännlich zagen und klagen, wir wollen seinen Tugenden nacheifern, und so wird sein Andenken unter uns gesegnet sein. Schlaf wohl, mein lieber Freund, wir verlieren viel an dir! Du hast uns Treue und Freundschaft gehalten bis in den Tod, dafür werden wir dir ewig dankbar sein. Gott der Herr schenke dir Seinen Frieden.

Auch einen der Schüler verloren wir durch den Tod. Am 1. Mai starb nach langem, schwerem Leiden der Untersekundaner Willi Gentsch, ein liebenswürdiger Schüler, der trotz der Schwachheit seines Leibes in gewissenhafter Pflichterfüllung seinen Kameraden vorbildlich war. Lehrer wie Schüler begleiteten ihn zur letzten Ruhe und nahmen herazlichen Anteil an dem Schmerze der Eltern, die in dem Entschlafenen ihr einziges geliebtes Kind ins Grab sinken sahen.

Die durch den Tod des Herrn Prof. Krebs erledigte Oberlehrerstelle blieb während des Winters unbesetzt, sie wurde von dem Kandidaten Dr. Kahle bis zum 1. März auftragsweise verwaltet. Als dieser zum

Während des Winters hielt der französische Lehramtsassistent Herr Marius Ferran an der Anstalt Konversationsstunden ab, an denen die meisten Primaner und Sekundaner eifrig und mit befriedigendem Erfolge

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde in der Aula durch eine öffentliche Feier, die zugleich dem zweihundertjährigen Geburtstage Friedrichs des Großen galt, nach folgender Vortragsreihe auf das festlichste begangen. 1. Chor: Preis und Anbetung von Rink. 2. Ansprache und Psalm- verlesung(der Direktor). 3. Chor: Unserm Kaiser(zum 27. Januar) von Marschner. 4. Violinchor und Klavier: Zwei altpreußische Armeemärsche, komp. v. Sr. M. König Friedrich II, a) Armeemarsch No. Ta, b) Der Hohen- friedberger Marsch. 5. Festrede des Herrn Prof. Dr. Peters. 6. Sanssouci v. E. Geibel(Reifenberg O I). 7. Lieder- vortrag: Fridericus Rex von C. Loewe(Herborn OD). 8. Dem Kaiser Heil(Abberger 0II). 9. Männerchor: Torgauer Marsch(Friedrich II.). 10. Prämienverteilung, Kaiserhoch u. Hymne(mit Orgel, Klavier u. Violinchor). 11. Schlußchor: O Deutschland hoch in Ehren. In der Festrede ging Herr Prof. Dr. Peters auf Friedrichs des GroßenBrief über die deutsche Literatur v. J. 1780 näher ein. In dieser Schrift, die sowohl von dem Genie

des Königs wie von seinem echt deutschen Herzen Zeugnis ablegt, verbreitet sich der König über alle Gebiete

vortreffliche Winke. Der Redner hob des Königs Forderungen hervor: das Urteil der Schüler sei zu bilden, ihre