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2) Zeiehuen nach Schunid's Methode. a) Classis seleeta nach Vorlegeblättern und nach der Natur in Bleistift-, Feder-, Crayon- und Tuschmanier 2 St. b) Ouarta nach zusammengesetzteren Rörpern in perspectivischer Ansicht, und vollkommener Ausführung von Licht und Schatten, Auf- nehmen von Naturgegenständen 1 St. c) Ouinta nach grad- und krummlinigen Rörperu in per- spectivischer Ansicht, unter Anwendung von Licht und Schatten 2 St. d) Sexta nach Vorzeichnen auf der Tafel, sowie nach grad- und krummlinigen Rörpern, daneben die Vorbegriffe rischen Formenlehre 2 St., Zeichenlehrer Lange.
5) Kalligraphie. a) Ouarta& Quinta Deutsche, Lateinische und Griechische Schrift nach Vor- legeblättern und Dietaten, in IV 2, in V 5 St. b) Sexta Deustche und Lateinische Currentschrift, Anfangs durch Erklærung und Vorschreiben einzelner Buchstaben und Wörter aulf der Tafel, ter nach Vorlegeblättern 4 St., Schreiblehrer Jessler.
4) Gymnastische Uebungen. Nachdem durch Beschluss Rurfürstlichen Ministeriums des Innern
der geomet-
Spæœ-
Turnübungen bewilligt und ein dazu geeigneter Platz angekauft worden war, begannen dieselben am 5 Mai unter Leitung des Turnlehrers Sehwab von Cassel, welcher die zweckmässige Aufstel. lung der verschiedenen Gerüste anordnete. Die Schüler, welche mit Erlaubnis ihrer Eltern diesen Uebungen gröstentheils beiwohnten, wurden in 5 Abtheilungen von je 2 Classen, und dann wieder in Unterabtheilungen(Rigen) von 6 bis 8 Turnern einschliesslich eines Rigenführers(Vorturners) gebracht, welche drei Abtheilungen bis zu der am 15 Mai erfolgten Abreise des Turnlehrers Schwab tæglich und nach derselben wöchentlich zweimal eine Stunde unter Leitung des Zeichenlehrers Lange turnten. Ausserdem wurden die Vorturner jeder Abtheilung vor der allgemeinen Turnstunde noch besonders von demselben Lehrer eingeübt. Es wurde begonnen mit Fufs- und Armühbungen, welche in Masse vorgenommen, die Schüler zugleich an die beim Turnen so nœthige Ordnung ge- wœhnten; sodann schritt man zu den Uebungen an den Turngerüsten, bei denen immer nur eine Rige an einem der verschiedenen Gerüste sich beschäftigte, und gieng nach viertelstiindigem Wech- sel zu einem andern Gerüste und den damit verbundenen Uebungen über. Die Stunde wurde dann gewœhnlich mit Tauziehen in Masse, Seil- und Gesellschaftssprüngen, Laufen u. s. w. geschlossen. Spæterhin nahm man schwerere Uebungen vor: im Springen(Schulter-, Scheitel-, Herzgruben- sprung), am Barren(Umschwung, IHangeln, Ubersprung), am, Reck(Arm- und Rniewelle, Leib- umschwung), am Schræghalken(Hangeln mit Berührung der Fufsspitzen), im Gerwerfen und Rlet- tern am Mast und an Tauen. Vom 5 Mai bis 22 September wurde 107 mal geturnt. Die An- zahl der Schüler betrug 142. Am 22 August wurde im Beisein vieler dazu Eingeladenen unter allgemeinem Beifall von sämmtlichen Schülern geturnt. Erfreulich war es, dass bei diesen Uebun- gen kein besonderer Unfall sieh ereignete.
Am Schlasse einer jeden Woche versammelteu sich unter Leitung des Directors(Spæter des Religionslehrers Sehell) und Gesanglehrers alle Schüler im Prüfungssal zu gemeinschaftlichem Ge- bet und Gesang.


