Aufsatz 
Das mittelenglische Gedicht "Stans puer ad mensam" und sein Verhältnis zu ähnlichen Erzeugnissen des 15. Jahrhunderts
Entstehung
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Au mir vor einiger Zeit gelegentlich eines kurzen Aufenthalts zu Marburg in der Bibliothek des romanisch-englischen Seminars eine von Furnivall für die Early English Text Society veröffentlichte Version desBook of Curtesye in die Hände fiel, ich mich gleichzeitig auch eines Aufsatzes von Breul, abgedruckt in Bd. IX der Englischen Studien, erinnerte, dachte ich zunächst nur daran, mich mit dem Inhalt des erwähnten Gedichts bekannt zu machen. Indes wurde ich einerseits durch die Außerung Breuls:Die in diesem Gedicht enthaltenen Regeln stehen nahe denjenigen Vorschriften, welche in den verschiedenen Versionen des Stans puer ad mensam(Bab. B. 26 ff.) und CaxtonsBook of Curtesye gegeben werden, sowie anderseits durch die Vermutung des Engländers Blades, Stans puer ad mensam sei eine Ubersetzung desCarmen juvenile von Sulpitius, dahin geführt, eine Anzahl Gedichte des- selben Inhalts näher zu untersuchen und ihre Beziehungen zu einander festzustellen. So ent- stand die nachfolgende Arbeit.

Vorerst war es mir darum zu thun, mich zu überzeugen, ob und wie weit den Vermutungen Blades' in Bezug auf Stans puer ad mensam und dessen Abhängigkeit vom Carmen juvenile Glauben beizumessen sei. Bei diesem Unternehmen standen mir die folgenden Ausgaben zu Gebote:

1. Joannis Sulpitii Verulani carmen elegiacum de facetia mensae deque ceteris honestis adolescentum moribus 4° und ohne Datum. Geschriebene Anmerkungen be- finden sich am Rande und zwischen den einzelnen Zeilen. Außer den verschiedenen nützlichen Lehren für den heranwachsenden Jüngling enthält sie noch einen 20 Zeilen umfassenden Zusatz eines gewissen Ascensius. Es sei nicht genug, sagt dieser, rein und nett zu Tisch zu kommen, Unec satis est, mundum, comemque accedere mensam] sondern vor allen Dingen gebühre es sich, daß der Jüngling am Morgen alsbald nach dem Erwachen demütigen Sinnes sein Vater unser bete, mane experrectus, quas condidit optimus auctor Christus eas referas supplice mente preces] daß er erkenntlich gegen die Eltern und höflich gegen jedermann sei, deinde salutatum properabis utrumque parentem et cuicumque tuae cura salutis erit] daß er den Ermahnungen des Lehrers folge[tum praeceptoris, tibi patris amore colendi, auribus atque oculis menteque verba cape] und, selbst gelehrt, dann auch anderen durch Unterricht nützlich

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