Aufsatz 
a) Rede zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Schillers. b) Rede zur Feier des 100jährigen Todestages des Grafen von Zinzendorf
Entstehung
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in unſern Tagen wiederzukehren ſcheint, auch nicht einmal eine Vorſtellung hatte. Jenem friſchen, jugendlichen Enthuſiasmus, auf allen Gebieten das Höchſte, das Edelſte zu erreichen und zu leiſten, ihm möchten wir zurufen: Kehre wieder! Schiller iſt nun in ſeiner erſten Periode durch und durch ein Sohn dieſer Sturm⸗ und Drangzeit. Er zeigt all ihr Licht und all ihren Schatten. Natur, Menſchenwürde, Freiheit vor Allem das ſind die Ideen, die ſein glühendes Herz bewegen, die Schlagwörter, die im toſenden Katarakt ſeiner Poeſien immer und immer wieder an unſer Ohr tönen.Kühn durchs Weltall ſegeln die Gedanken, Fürchten nichts als ſeine Schranken. Ja wohl, Alles iſt ſchrankenlos. Natur und Schönheit fallen ihm mit dem Maßloſen und Unglaublichen zuſammen, ſeine Menſchen die er nach ſeinen eigenen Worten eher ſchilderte als er ſie kannte ſind entweder Engel oder Teufel. Die Freiheitsidee, welche wie ein Puls⸗ oder Herzſchlag durch alle ſeine Schöpfungen geht, tritt in ſeinen erſten Dramen in roher, zügelloſer Geſtalt auf. Alles Beſtehende, alles Gebotene iſt dem jugendlichen Dichter verhaßt oder wenigſtens verdächtig. Losgeriſſen von der erſten jugendlichen Einfalt und Einheit, außerdem unter läſtigem äußerem Zwange, ſtellt er ſich auf den Kriegsfuß gegen Alles, was als Zwang erſchien. Mit dem Feldgeſchrei: In tyrannos! ſchickt er die Räuber in die Welt, und der aufſteigende Löwe kündigt den Sinn des Dichters an. Wie ſchrillt die Sturmglocke der Revolution durch den Fiesco!Der erſte Fürſt war ein Mörder und führte den Purpur ein, die Flecken ſeiner That in dieſer Blutfarbe zu verſtecken. In Kabale und Liebe wird das natürliche Gefühl und Gewiſſen gegenüber der kaſten⸗ artigen Geſchloſſenheit der Stände und der vornehmen Verdorbenheit vertheidigt, aber dem gefährlichen Irrthum geſchmeichelt, als wohne ſittliche Geſunkenheit faſt mit Noth⸗ wendigkeit den obern, Reinheit und Redlichkeit vornehmlich nur den untern Ständen inne. Für Gedankenfreiheit und ein auf die menſchliche Würde gegründetes ſelbſtſtän⸗ diges Weltbürgerthum ſchwärmt der Dichter im Don Carlos, gemäß dem ſeltſamen Irrthum, daß Freiheit und Menſchenwürde ſich von aufgeklärten Fürſten von oben her den Völkern mittheilen ließen. Und maßlos und ungeordnet wie ſeine Poeſie erſcheint uns in dieſer Brauſezeit auch des Dichters Lebensgang: ein unruhiges Hin⸗ und Herfahren, leidenſchaftliches Verfolgen der verſchiedenſten Ziele, Verirren in Schrankenloſigkeit. So geartet wäre Schiller der Löwe der Sturm⸗ und Drangperiode, aber nicht der Dichter des deutſchen Volkes geworden, das ihn heute preiſt und preiſen wird, wenn dieſe Sacularfeier wiederkehrt. Er iſt's geworden.Es ſchritt, wie Göthe ſagt,ſein Geiſt gewaltig fort, ins Ewige des Wahren, Guten, Schönen. Während