Aufsatz 
Über das Apeiron Anaximanders
Entstehung
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So erklärt es sich auch, dass in einer Reihe von Stellen bei den Commentatoren des Aristoteles ¹) dem Anaximander ein ganz falsches Princip sammt einer falschen Ableitungs- weise untergeschoben ist, nämlich das bereits ²) erwähnte uerasb, aus dem die Dinge durch Verdünnung und Verdichtung sollten hervorgehen. Allein auch die hauptsächlichsten übrigen Quellen leiden an einer irrthümlichen oder ungenauen Auffassung des Arreigov. Wie schon erwähnt, sprechen Diogenes ³), Pliutarch), und in manchen Stellen auch Simplicius ³) ent- weder bestimmt die von Zeller vertretene Ansicht von der ungemischten Einheit des dereioον aus, oder lassen sich wenigstens dafür erklären. Das lüsst sich aber leicht begreifen. Ana- vimanders ρρν ist anch, wie wir sahen, eine Einheit, ja sie stellt gewissermassen für den oberflüchlichen Beobachter nur eine solche dar, es bedarf schon genauerer Erklärung, um sich der dahinter versteckten Vielheit bewusst zu werden. Wer also seine Kenntniss dieser Philosophien auf ein paar Schlagwörter und einige dürftige mehr oder minder characteri- stische Erklärungen beschränkt sah, konnte leicht diese Vielheit ganz übersehen. Das zeigen

am besten die oben behandelten Worte des Theophrast; man braucht da, nur die yoran-

gegangene ausführlichere Erklärung wegzulassen und bloss die schlieslichen Hauptworte von der puoος dονos als kurze Quintessenz zu reproduciren, so ist für den nächsten Leser, der den ganzen Zusammenhang nieht mehr vor sich hat, der Irrthum fast unvermeidlich. Die gpäteren Autoren werden aber wohl so ziemlich nur immer jeder von seinem Vorgänger die kurzen Notizen abgeschrieben haben. Nicht unwahrscheinlich scheint es mir, dass sie in letzter Instanz alle auf den Theophrast zurückgehen, der allein ohne Zweifel unmittelbar aus Anaximanders Buch geschöpft hat und dessen technische Ausdrücke an der mehrer- wähnten Stelle immer wiederkehren, wenn von Anaximander die Rede ist. Man muss dabei auch bedenken, dass die Späteren die ältesten Philosophien immer mehr oder weniger im Lichte der späteren Denkweise betrachteten. So gingen sie nach Aristoteles von der scharfen

und klaren Unterscheidung uns; entweder Ein Princip. wie bei Thales etc., oder getrennt viele wie bei Anaxagoras etc. 5 die naive Art aber, wie bei Anaximander, ursprüngliche Hinheit und Vielbeit noch verbunden war, gaben sie sich nicht die Mühe, sich hineinzu- denken. Mag man indess die Entstenung dieser Ansicht erklären, wie man will oder kann jedenfalls kann sie dem Aristoteles und Theophrast gegenüber Nichts beweisen, sondern mnss auf einen Irrthum irgend welcher Art beruhen.

Wir hahen nun bisher für jede der verschiedenen Ansichten vom Areigoy die Belege

1.. Men

1 2.

4 Simpl. in Arist. Phys. f. 32; 107; 295, b; de cœlo f. 139; 148. 151; Themist. in Phys. f. 33, b; 18, a; Alex. in Arist. Metaph. 1,. 988, a; Asclep. ibid; Alex. in Arist. Metaph. 987, a, 2; 987, a, 9; Schol Cod. Reg. in Krist. Metaph. 985, b, 10; 989, a, 14; Schol. Cod. Reg. 1947 in Krist. k. Phys 187, a, 14; Joann. Philop. in Arist. de gen. et corr. f. 3.

*) S. 1.

²) Diog. L. 2, 1.

) plac. phil. 1, 3.

*) in Arist. Phys. f. 9; 273, b; 310; de cœlo f 45, b; 52, b; cf. auch phys. f. 32.