Aufsatz 
Die handschriftliche Überlieferung des Isokrates : II. Der Urbinas und seine Verwandtschaft / von H. Buermann
Entstehung
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c) Die Randbuchstaben.

Es erübrigt der Vollständigkeit wegen noch ein Wort über die Buchstaben und Zeichen am Rande, über die Fuhr Rhein. Mus. 1882 S. 469 fl. zu vergleichen ist.

Von den Buchstaben dienen folgende dem Zweck der Partialstichometrie: Helena 14 £φρ IT Hel. 39 Merado(hic!) 4 Hel. 52 xπσά em ⁴νιμ E Hel. 64 zœεσνκ G. 4 Busir 13 d 03 6 B Busir. 25 1ιeπαν αιμι P Busir. 39 erorörag A Sophist. 12 ατoò A Euag. 14 πη☛ dαα†ρανιαν B Euag. 27 ⁵αag ruxag Euag. 50 Onriwe E Euag. 61 drrsouεꝓνεε Z Euag. 72 1m ν 050. Ich bemerke dazu, dafs Busir. 13 ein deutliches, nicht das von Fuhr für die Vorlage natürlich richtig an- gesetzte A steht, und dafs Helena 39 irgend welche Spur des T auf fol. 12° sich nicht findet. Der Papierstreifen, mit welchem letzteres Blatt angeklebt ist, geht an der betreffenden Stelle bis dicht an den Text heran; man mufs deshalb erst umwenden, um auf der Rückseite jenes Blattes das durchgefressene, auf dieser Seite natürlich verkehrt stehende I zu finden.

Das 7 Hel. 52 rührt, wie ich bestimmt versichern kann, von corr. 2 her. Man könnte sich dadurch wohl versucht fühlen, den Archetypos von T' selbst als Vorlage dieses Korrektors zu betrachten; ich bemerke deshalb, dafs man bei genauem Zusehen rechts neben dem neuen von corr. 2 noch eine Spur von dem horizontalen Grundstrich eines alten von erster Hand herrührenden 7 mit den Eindrücken der beiden Schenkel erkennt. Es, ist hiernach zweifellos, dafs der erste Schreiber das 7 seiner Vorlage ganz richtig kopiert hatte; es war nur durch Un- vorsichtigkeit wieder verwischt. Corr. 2 hat dergleichen verwischte Buchstaben öfter nachgezogen, am Rande war Platz genug für einen neuen.

Die übrigen Randbuchstaben dienen rhetorischen Zwecken; sie finden sich in Proömien und Epilogen und sind offenbar bestimmt, die Gliederung dieser Teile anzuzeigen. Im Archidamos finden sich die Buchstaben B§ 4. 1(das darunter stehende deπο⁴εdεινμφμ⁴ανον hat hiermit nichts zu thun, sondern ist Variante zu dεdεᷣμμ⁴εμννy P§ 6. 1 4§ 11. 1 und dazu noch HIPOAIIEH§ 16. 1. Es scheint mir danach ziemlich klar, dafs ein vierfaches Proömium unterschieden wurde man erinnert sich der Scholienausdrücke r⁰⁰Xñ d deursdov, 10ετον 7r0001G1ιο%; darauf folgt dann die;§νϑοσπ. Martin hat diese Buchstaben im Panegyrikos für corr. 1 b in Anspruch genommen. In der Friedensrede sind, wie oben bemerkt, die vier ersten von corr. 2, der fünfte dagegen von corr. 1b mit gelber Tinte(= 1° bei Martin) nach- getragen. Das zeigt wieder, wie alle diese Korrekturen auf dieselbe Vorlage zurückgehen. Wenn vereinzelt Buchstaben um eine Zeile oder mehr verschoben erscheinen(vgl. B Paneg.§ 3), so ist daran nichts Wunderbares. Jeder neue Abschreiber setzte dieselben natürlich vor die Zeile, in welche der Anfang der betreffenden Zeile seiner Vorlage hineinfiel ohne Rücksicht darauf, ob in eben diese Zeile auch der zugehörige Satzanfang fiel.

Die Querstriche am Rande, von denen Fuhr und Martin eine Anzahl mitgeteilt haben, setzen die Gliederung ins Detail weiter fort, ohne auf Prodömium und Epilog beschränkt zu sein; sie finden sich, wie nicht unbemerkt geblieben ist, nur neben Zeilen, in denen ein neuer Satz be- ginnt. Die gröfsere Mehrzahl der längeren Querstriche rührt von corr. 1 ½ her, eine Minderheit von corr. 2. Höchst vereinzelt sind solche von erster Hand, ein sicheres Beispiel dafür liegt aber Helena 38. 1 vor. Dals eine Menge kleinerer Querstriche von corr. 4 zugesetzt sind, ist Teil I S. 27 f. bereits bemerkt.