III.
Studierende aus Wimpfen
bis 1650. rt. A‿— ϑ☛ Von Reallehrer Eck.
Einleitung.
Seitdem in den beiden letzten Jahrzehnten die Matrikeln der Universitäten Heidelberg (gegründet 1386), Köln(1389), Erfurt(1392), Leipzig(1409), Tübingen(1477), und Frank- furt a. O.(1506) sowie die Mitgliederverzeichnisse der„Deutschen Nation“ der Universität zu Bologna(gegründet 1110, bestätigt 1158) im Druck erschienen sind und man erkannt hat, welche reiche Fundgrube für die Kultur-, Litteratur- und Kirchengeschichte diese Veröffentlichungen bieten, ist man bemüht, das in ihnen liegende Material für die Er- kenntnis des Bildungszustandes bestimmter Teile des Vaterlandes zu verwerten.„Denn man wird nicht fehlgehen, wenn man eine feststehende Wechselwirkung zwischen der Bildungsstufe einer Gegend und der Anzahl der von ihr entsendeten Studierenden an- nimmt. Und umgekehrt wird man auch behaupten dürfen, dass, je mehr Studierende aus einem Landesteile nach vollendetem Studium wieder dorthin zurückkehrten, desto mehr sich Bildung und Kultur daselbst ausbreiteten“. ¹)
Nachstehende Arbeit befasst sich mit der ehemaligen deutschen Reichsstadt Wimpfen am Neckar. Sie nennt uns nicht nur die Namen derjenigen, die Wimpfen als ihre Heimat bezeichneten, sondern auch Mitglieder der Klöster in Wimpfen am Berg und des Ritter- stiftes St. Peter zu Wimpfen im Thal. Ausserdem fanden(5) Studierende aus dem nahen Dorfe Biberach Aufnahme, da dasselbe von 1409— 1650 im Besitze der Stadt Wimpfen war und auch in kirchlicher Beziehung zu derselben Diözese wie die Reichsstadt, nämlich Worms, gehörte, weshalb sichsmanche Biberacher geradezu als Wimpfener bezeichneten. Bei einer Reihe von Namen fehlt zu Biberach jede genauere Bezeichnung, sodass es un- entschieden bleibt, ob die Träger derselben aus unserem Biberach oder aus der Stadt Biberach im württembergischen Donaukreis stammen. Solche finden sich in der Heidel- berger Matrikel allein 9.
Das Verzeichnis kann indes auf Vollständigkeit keinen Anspruch machen. Denn einerseits wurden zwar alle Handwerker und Künstler, die im Buchgewerbe thätig waren, ²) ferner die Buchhändler, die Diener der Professoren und Studenten, überhaupt alle, die von der Universität ihren Lebensaunterhalt zogen, der Matrikel einverleibt, anderseits haben
¹) Friedländer im Vorwort zur Matrikel der Universität Frankfurt a. O. ²) So lautet z. B. ein Eintrag in der Matrikel der Universität Herborn(1584): 1712. Achilles Stephanus Hallberger von Wümpfen, Truckergeselle.


