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steigert nur die Wirkung. Vornehmlich aber dient, was noch nicht bemerkt ist, dem angedeuteten Zweckdie Scenenreihe, die der Dichter auf den Tod des Aias folgen lässt. In den Scholien zu v. 1127 steht Betà ri vxiεœον εαetvat to Sgau SeXa ⁴⁵εμυννρρεμα³ al EAOS T5 THaftkdv ddog. Das rexreivat deAga möchte ich unterschreiben. Man steht in dem Augenblick, wo sich Aias in sein Schwert stürzt, anders zu ihm als am Ende des Stücks. Infolge des masslosen Auftretens der Atriden ergreift der Zuhörer mehr und mehr die Partei des Aias. Er empört sich mit Teukros gegen die Lüge, die dem Telamonier seinen Heldenruhm stehlen, und gegen die gotteslästerliche Roheit, die ihm die Grabesruhe nicht gönnen will¹). Er atmet erleichtert auf, wenn Odysseus dem entgegentritt, und stimmt ein in die erlösenden Worte, die zum Preis des Toten aus Feindesmund erklingen. Dass diese von dem Dichter aus Patriotismus beabsichtigte Wirkung nur bei einer ziemlich breiten Ausführung der dem Aias feindlichen Bestrebungen zu erreichen war, dürfte klar sein, ebenso aber, dass ohne diese Absicht die breite Ausführung ein durch nichts zu ent- schuldigender Fehler wäre*).
„Antigone“ und Shakespeare's„Julius Cäsar“ hat man mit Unrecht herangezogen, um die Ausdehnung unseres Stücks weit über den Untergang des Helden hinaus zu recht- fertigen. Denn Antigones Schicksal ist mit ihrer Wegführung noch nicht entschieden, erst der Exangelos löst die Spannung. Was aber in dem Shakespeare'schen Stück auf Cäsars Ermordung folgt, wird einem vorurteilslosen Beobachter immer als ein wüstes Conglomerat von Scenen erscheinen, aus dem sich wahrhaftig keine Kunstgesetze ableiten lassen. Wenn Shakespeare diese Akte zu dem Nachweis benutzt hätte, ein wie thörichtes Bubenstück die Er- mordung des ersten römischen Monarchen gewesen ist, wenn der Tote wirklich im Mittelpunkt der Handlung stände, wie besonders kluge Leute uns versichern zu können glauben, dann hätte freilich auch der englische Dichter ein einheitliches Stück geschaffen, und die Vergleichung nätte Sinn. Aber im Banne Plutarchischer Geschichtsauffassung war das nicht möglich, und so kann der Schluss seines Stückes höchstens des belehrenden Contrastes wegen neben den der Sophokleischen Dichtung gestellt werden.
¹) Das Verfahren der Atriden muss natürlich nicht nach der Moral der heroischen“ Zeit. sondern der des fünften Jahrhunderts beurteilt werden. Die attische Religion verdammte zu dieser Zeit Nichtbestattung in jedem Fall (Rohde, Psyche p. 200 f.). Darauf bezieht sich v. 1343 ff. ²) Auf eine weitere Polemik gegen Bergk. der v. 1046 ff. für ein späteres Machwerk hält, das den echten Schluss verdrängt habe, verzichte ich: Schon das, was dagegen geschrieben worden ist. steht in keinem Verhältnis zu der geringen Zahl von Gläubigen, die jene Hypothese gefunden hat.


