Aufsatz 
Ravenna : seine Kunstdenkmäler und deren Stellung in der deutschen Kunstgeschichte / von Karl bronner
Entstehung
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Diese Vermuthung gründet sich auf die Höhe der Seiten- schiffmauer(7 m) und auf die Abbildung in Sebastian Münsters Cosmographia von 1550. Im mittleren Feil, dem Hauptraum des Trichorums müsste die Beleuchtung eine sehr ungünstige gewesen sein die sich insbesondere an den Wandgemälden und der Decke bemerkbar ge- macht hätte. Die übliche Querschnittsform der altchrist- lichen Basilika mit hohem Mittelschiff und niedrigen Seiten- schiffen ergibt, auf diese Festhalle angewandt, ein besseres Resultat und die oben erwähnten Umstände, die Höhe der Seitenschiffwand, sowie jene Abbildung von 1550, ergeben nichts Widersprechendes.

Die Scheitelhöhe der Archivolten über dem Fuss- boden kann ungefähr 6,20 m betragen haben und darf alsdann die Höhe der Seitenschiffe zu 7,0 m im Innern angenommen werden. Die Mittelschiffhöhe wird, der Apsishöhe nach zu schliessen, mindestens 12 m betragen haben, selbst für den Fall, dass das Apsisgewölbe in der Höhe des sichtbaren Kämpfers begonnen haben sollte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Apsis gewölbt war und deren Wölbung über den teilweise sichtbaren Fenstern begonnen hat. Der an der Apsisecke sichtbare Kämpfer war eher zur Aufnahme der Archivolte als zu der des Triumphbogens bestimmt. Die Langwände des Mittelschiffes können eine Stärke von 0,70,8m gehabt haben, die auf die Säulen übertragen werden musste. Dies war nur durch Aufsetzen eines Kämpfers(wie in Ravenna und Höchst) möglich und ein solcher mit zu den Kapitälen passenden Dimensionen ist unter den Fundstücken vor- handen(Fig. 21). Es ist ein Pyramidenstumpf(bei Clemen mit No. 9, als Kapitäl bezeichnet) dessen untere Lager- flächen die Dimensionen 41 und 43 cm, die oberen 64 und 78 em, bei einer Höhe von 47 cm haben. Alle 4 Seiten- flächen sind bearbeitet, sie zeigen zwischen glatten Bän- dern acht Reihen von Schuppen mit Mittelrippen. Auf einer der Seitenflächen, vermutlich der gegen das Mittel- schiff zu, war eine Skulptur angebracht, die nicht mehr