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Es kommt beſonders von der falſchen Auslegung der außer ihrem Zuſammenhange betrachteten Stellen Ap. Geſch. 2 und 4 und etwa einiger Ausſprüche Jeſu ſelbſt. Übrigens waren die erſten chriſtlichen Jahrhunderte weit davon entfernt, dieſe Stellen in kommuniſtiſchem Sinne zu faſſen. Die falſche Auslegung derſelben beginnt, nach Mosheim(ſ. Hundeshagen in Herzog's Real⸗Encyklopädie III, 26), erſt mit Chryſoſtomus(354— 407). Schon ein Jahrhundert vor Chryſoſtomus waren viele Chriſten, zum Theil um Verfolgungen auszuweichen, fern von den Menſchen in die Einſamkeit gegangen; manche von ihnen hatten ſich zuſammengefunden, lebten nun gemeinſchaftlich, bildeten Klöſter. Daß dieſe mit ihrer kommuniſtiſchen Einrichtung nicht ein Muſter und Vorbild für die ſich von Geſchlecht zu Geſchlecht immer erneuernde und verjüngende Menſchheit ſein wollten und konnten, liegt auf der Hand. In ſpäteren Zeiten aber fanden, wie wir geſehen haben, mancherlei Verſuche ſtatt, auf chriſtlichem Grunde kommuniſtiſche Gemeinſchaften zu bilden, Verſuche, die wohl auch in dem Gedanken gemacht wurden, Nachahmung zu finden und eine allgemeine Umänderung der geſellſchaftlichen Verhältniſſe anzubahnen. In manchen Fällen, z. B. vielleicht bei Rapp und bei den Würtembergern in Zoar, mag dabei ur⸗ ſprünglich wirklich chriſtliche Geſinnung zu Grund gelegen und nur ein faſches Verſtändnis obgewaltet haben; in manchen andern Fällen aber ging das Beſtreben gewiß von ganz andern Regungen aus, und der Name des Chriſtenthums hat dabei eigentlich keine Bedeutung.


