Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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zu thun. Manches prägt ſich ſo tiefer ein, manche An⸗ ſchauung wird gegeben, an die ſich eine Belehrung knüpft. Eine Reihe römiſcher Kaiſermünzen von Auguſtus bis auf die Byzantiner(ſie braucht nicht vollſtändig zu ſein) zeigt deutlich den verſchiedenen Charakter der verſchiedenen Zeiten. Wie ganz anders, wie viel ſchöner geſchnitten und ſchärfer geprägt, iſt der Kopf eines Nero, Hadrian, Marcus Aurelius, als der eines Probus, Conſtantin, Valens. Und gar die Münzen eines Juſtinian oder Johann Tzimiskes, wie ſind ſie barbariſch, ohne jede Spur jenes Schönheitsſinnes, den die Römer der früheren Kaiſerzeit von den Griechen über⸗ kommen hatten. Wie wird bei Silbermünzen von Commodus an bis gegen die Zeit Diocletians der Silbergehalt immer geringer. Man ſieht deutlich die Spuren des Sinkens der Kunſt, der Bildung, des Reiches. Auch die Eigenthümlichkeit einzelner Kaiſer zeigt ſich deutlich auf ihren Münzen: der bos⸗ hafte Sinn Domitians, Trajans klare Ruhe, die jugendliche Unſchuld des Alexander Severus. Mittelalterliche Münzen, von den Karolingern, Ottonen, Hohenſtaufen, veranſchaulichen, wie man Jahrhunderte lang wenigſtens in dieſer Art von Kunſt nur allzu genügſam war. Münzen aus neuerer Zeit von Nürnberg, Augsburg, Regensburg erinnern an die ehe⸗ malige Reichsfreiheit dieſer Städte; die von Aachen mit ihrer Umſchrift(Locus Coronationis Caesareae) an die Anſprüche, die dieſe alte Krönungsſtadt, ſo lange ſie beim Reiche blieb, beſtändig noch erhob; eine biſchöflich bambergiſche mit dem Kopfe Heinrichs II. an die Verdienſte dieſes Kaiſers um Bamberg; die ſchwediſchen kupfernenDaler an die Noth Schwedens in der ſpäteren Zeit Karls XII.; ein Frankfurter Konventionsthaler von 1796 mit der um⸗ ſchrift:Aus den Gefäſen der Kirchen und Burger an den Druck, den unſere Vaterſtadt durch die Franzoſen zu erdulden