Aufsatz 
Über die Benutzung der Freizeit zur Anlegung und Pflege von Sammlungen
Entstehung
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Das Sammeln von Schmetterlingen iſt ſo recht eine Liebhaberei für kräftige, rüſtige Knaben. Da wird hinausgegangen mit Netz und Schachtel und Nadeln in Feld und Wieſe und Wald, und geſpäht, wo ſich etwas finde, und behutſam genaht, dann raſch das Netz über die Beute geworfen, dann vorſichtig dieſe in Verwahrung gebracht. Das übt die Gewandtheit, ſtärkt den Körper, lehrt nament⸗ lich Hitze ertragen, macht vertraut mit der Natur. Es kann, wie freilich jede Art von Sammlung, und wie beim Er⸗ wachſenen die Jagd, zur Leeidenſchaft werden; dann iſt es Pflicht des Erziehers, mehr durch poſitive als durch negative Mittel, dagegen zu kämpfen. Es gewöhnt ferner an das Tödten lebender Weſen. Man hat deßhalb wohl dieſe Art von Sammlungen für ganz unſtatthaft erklärt, und ſie, wo man dazu die Macht hatte, geradezu verboten. Ich möchte das nicht thun. Daß tüchtige, ernſte Schmetterlingsſammler nicht ſolche, die wild und roh alles, was ſie finden, er⸗ haſchen und verderben durch dieſe Liebhaberei hartherzig und grauſam würden, wird doch wohl durch die Erfahrung nicht beſtätigt. Sie ſuchen dem kurzlebenden Thiere, das ohne⸗ hin doch nach wenigen Wochen vielleicht durch einen Vogel oder eine Fledermaus getödtet und verſpeiſt würde, ſeinen Tod ſo leicht als möglich zu machen, und in den meiſten Fällen gelingt dies ohne Mühe. Iſt nun der Schmetter⸗ ling gefangen, ſo beginnt eine neue Sorge: er muß regelrecht aufgeſpannt werden. Der Knabe, der von ſeinem Gange vielleicht dreißig Schmetterlinge mit nach Hauſe gebracht, darf ſich dann noch nicht ausruhen, denn ſonſt werden die Flügel der Thiere ſteif. Er braucht zu dem Geſchäfte des Aufſpan⸗ nens wohl mehr als eine Stunde Zeit. Die aufgeſpannten werden nun, wenn dies nicht etwa vorher geſchehen iſt, nach einem guten Buche beſtimmt, und dann in die Sammlung