Aufsatz 
Aus der Geschichte der Selektenschule : der ältesten höheren Schule Frankfurts am Main / von Karl Breuer
Entstehung
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Chor:Glaube, Hoffnung, Liebe.

Abschiedsworte des Obersekundaners Albert Gutfleisch. Schulorchester: a) Abschied. b) Gruß an die Heimat. Ansprache des Direktors.

. Chor: Geleitslied.

SS

10. Unsere neue Schulfahne.

Der Ostern 1925 vollendete Um- und Ausbau der Selektenschule und ihre ministerielle Anerkennung als Reform-Progymnasium mit englischem Ersatzunterricht bedeutet in der Schulgeschichte einen bedeutungsvollen Entwicklungspunkt.

Um der Freude über das bisher Erreichte Ausdruck zu geben, haben die Eltern, Freunde und Gönner der Schule eine neue Schulfahne gestiftet, die ein hervorragendes Kunstwerk und der ältesten Frankfurter Schule würdig ist.

Sie hat als erste aller Frankfurter Fahnen die Form einer Standarte, die an einem kunstvoll gearbeiteten messingvernierten Bannerhalter befestigt ist.

Die eine Seite trägt auf hellblauer Seide das Bild des heiligen Michael nach Hans Thoma. MNit jugendlichen, doch männlich-ernsten Gesichtszügen im goldblinkenden Panzer steht der Held in kraftvoller Haltung da mit Schwert und Wage. Zu seinen Füßen liegt erschlagen der Drache mit seiner schillernden Haut. Das Bild ist von einem breiten RPande von gelber Seide eingefaßt, auf dem in Ornamentalschrift die Worte stehen:

Sankt Michael, mit starker Hand Schirm unsre Jugend und das Vaterland!

Die zweite Seite trägt auf dunkelblauem Sammet die Anfangsbuchstaben von Christi- Namen, umgeben von einem schweren goldenen Kranze. Unter demselben ist die Inschrift: Selektenschule, Frankfurt a. M., gegr. 876.

Beide Seiten sind in allen Teilen in feinster Handstickerei in wochenlanger mühsamer und kunstvoller Arbeit ausgeführt, Kranz und Schriften zum Schutze gegen Witterungs- einflüsse in echt Gold 905/1000.

Durch die mühevolle Handstickerei konnten alle Schattierungen des Originalbildes des Künstlers in größtmöglicher Vollkommenheit wiedergegeben werden.

Die Fahne wurde angefertigt in den Werkstätten für christliche Kunst von Krieg& Schwarzer in Mainz, die hier ein wirklich bewundernswertes und köstliches Werk heimischer Kunst geliefert haben, das der Jugend unserer Schule für Generationen stolz voranleuchten soll.

Die Weihe der Fanne fand am Mittwoch, den 10. Juni 1925, abends 7 Uhr, durch eine besondere Feier statt, die nach folgendem Programm verlief.

1. Festmarsch Nr. 3, Op. 47.... 1.. 1.. P. Piel Schulorchester.

2. Gedicht: St. Michael, Schutzherr im Leben, im Tode, im Gericht. Kirchenlied, vorgetragen von Josef Schlier UIII.

3. Gedicht: St. Michael, der Drachentöter. Kirchenlied, vorgetragen von Willi Lutter UIII.

4. Des Herrn Einzug. Aus dem OratoriumJudas Maccabäus... F. Händel Chor mit Orchesterbegleitung.

Enthüllung der Standarte.

Kirchliche Weihe der Fahne durch Studienrat Manns.

7. Weihe-Ansprache von Studiendirektor Dr. K. Breuer.

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