Das Programm des ersten Teiles lautete 1. Chor. Gebet............. Mendelssohn-Bartholdv. 2. Crand Vocturne elégiague für zwei Violinen u. Klavier C. Schuberth. (Dyckerhoff I“, Güth I? und Walther I¹)
3. Komanze fur Cello............ Pranchomme. (Hertel IV) 4. Cᷓhor Gondellied.............(. M. von Weber. 5. Szie in D-=Dur.... Bahm. (Dyckerhoff, Hertel, Walther) 6. Aomauze lür Violine........... van Beéeethoven. 2 Masaezas aeaulee,sgaens...... Wieniawshy.
(Wollgandt II²) 7. Torgauer-Marsch Chor.
Frl. Hermine Schroeder vom Fuchs'schen Konservatorium hatte die Güte, die Klavier- begleitung für No. 6 zu übernehmen und entledigte sich ihrer Aufgabe in vollendeter Weise; alle Nummern wurden von den Zuhörern, die den grolsen Saal bis in den letzten Winkel füllten, mit freundlichem Beifall aufgenommen.
Dem zweiten Teile der Festvorstellung„Wallenstein's Lager“ ging folgender von Herrn Dr. Merbach gedichteter Prolog voraus, welchen der Oberprimaner Witzel in reichem Heroldskostüm mit sonorem Organ vortrug:
Ein Säkulum, ein voll Jahrhundert ist's, Seitdem zum erstenmal ward aufgeschlagen
Des Friedland's buntes Lager auf der Bühne. Und lebensvoll, wie in den ersten Tagen, Spricht's heut zu unserm Volk: Wie Edelstein, Wie Immergrün, das stets verjüngend sprieſst, Ist Poesie, die volkstümlich und rein;
Sie adelt jeden, der sich ihr erschlieſst.
So wollen heute Abend denn auch wir,
Zwar ungeübt noch in der Kunst des Mimen, Der Dichtung Goldgehalt zu schürfen suchen. Wie'’s unsern schwachen Kräften mag geziemen. Was mangelhaft, verzeihe eure Gunst;
Begegnet mild dem jugendlichen Streben, Wenn's in den Dienst der Schule stellt die Kunst. Denn wie die Dichtung, die wir heut verkörpern, In Jugendfrische altert, stets bewundert, Besteht die Anstalt, der wir angehören,
In Kraft und Fülle nun ein halb Jahrhundert! Und von dem frischen Geist, der sie durchweht, Mög euch der heut'ge Tag die Proben zeigen: Deutsch, wie das Turnfest, sei jetzt unser Spiel;


