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2rn/ 2150.60 alſo etwa 287 Meilen. Da aber der nächſte Fixſtern
Million Mal weiter von der Erde entfernt iſt als S, ſo erhielte man für dieſen eine Geſchwindigkeit, ge⸗ gen welche die des Lichtes(42000 Meilen) oder die der Elektricität(60000 Meilen) verſchwindend klein wäre. Es müßte außerdem die Sonne, welche 400 Mal weiter von der Erde abſteht als der Mond, und dieſen an Größe unendlich übertrifft, einer viel größeren Einwirkung der Erde unterliegen, als der Mond und dies iſt nicht denkbar, und nach den Gravitationsgeſetzen ſogar unmöglich. Doch wenn wir auch hiervon abſehen, ſo ſpricht ſchon die Art der Bewegung der Geſtirne, welche in parallelen Kreiſen um eine imaginäre Axe, alſo nicht in concentriſchen Kreiſen um einen Mittelpunkt erfolgt, gegen eine Bewegung des ganzen Himmels. Nehmen wir dagegen eine Rotation der Erde an, ſo erklärt ſich alles ſehr einfach, 3405— Mälen.) 24.60.60 1
2. Auch die Abplattung der Erde beweiſt ihre Rotation. Setzt man eine Thonkugel auf einer Töpfer⸗ ſcheibe in ſchnelle Bewegung, ſo nimmt ſie allmälig die Geſtalt eines Sphäroids an, indem ſich der hori⸗ zontale Durchmeſſer auf Koſten des verticalen vergrößert; dieſelbe Erſcheinung beobachtet man bei dem vom Plateau üngegebenen Verfahren, wo man in einer Miſchung von Waſſer und Alkohol, deren ſpeeiſt⸗ ſches Gewicht gleich dem des Olivenöls iſt, einen Tropfen des letztern in ſchnelle Rotation verſetzt. Da nun die Erde in ihrem urſprünglichen Zuſtande eine flüſſige Kugel war, ſo müſſen wir nothwendig, ſo⸗ fern wir eine Abplattung an den Polen wahrnehmen, auf eine Rotation der Erde ſchließen. Dieſe Ab⸗ plattung aber iſt vorhanden, wie ſich einmal aus der bereits erwähnten Gradmeſſung, ſodann aber aus Pendelverſuchen an den verſchiedenſten Punkten der Erde ergibt. Was letztere anbelangt, ſo iſt es ein Geſetz der Phyſik, daß daſſelbe Pendel um ſo ſchneller ſchwingt, je kräftiger entweder der bewegende Kör⸗ per iſt, oder je mehr das Pendel bei ein und demſelben anregenden Körper in ſeinen Wirkungsbereich ge⸗ langt, d. h., ſich dem Mittelpunkte deſſelben, wo wir uns alle anziehenden Kräfte concentrirt denken, nä⸗ hert. Da nun daſſelbe Pendel in der Nähe des Poles ſchneller ſchwingt, als am Aequator, ſo muß der Pol ſich näher dem Mittelpunkt der Erde befinden, d. h., die Erde muß abgeplattet ſein.*)
3. Nach einem Geſetze der Phyſik(Trägheitsgeſetz) behält ein jeder Körper ſeinen Zuſtand der Be⸗ wegung oder Ruhe bei, ſo lange keine andere Urſache ihn daran verhindert. Rotirt nun die Erde um ihre Are, ſo müſſen alle Körper auf der Oberfläche an dieſer Bewegung theilnehmen und zwar wird ein
menen Rotation in einer Sekunde
und es hat dabei ein Punkt am Aequator in der Sekunde nur 1500˙ zurückzulegen
* Hierbei iſt zu bemerken, daß die Zunahme der Schwere zu den Polen hin hauptſächlich durch die Rotation der Erde um ihre Axe und Abnahme der Schwungkraft zu den Polen hin bedingt iſt. Da ſich bei verſchiedenen Kreiſen die Schwungkräfte direct wie die Quadrate der Geſchwindigkeiten und umgekehrt wie Krümmungsradien verhalten, ſo iſt
v: V= 82. 9. Sind nun v und v’ die Schwungkräfte, c und«" die Geſchwindigkeiten, und r und r’ die Radien
für irgend zwei Parallelkreiſe von der Breite und%, ſo verhält ſich: . c:= cos.: cos. ebenſo auch r: r= cos.: cos. ‧, daher auch V: V’= cos.: cos.%.
Die Schwungkraft nimmt alſo in höheren Breiten ab; außerdem aber kommt ſie dort nicht zur vollen Geltung wie am Aequator. Hier nämlich iſt ſie der Schwere gerade entgegengeſetzt, während auf einem Parallelkreiſe die Schwer. kraft in der Richtung des Erdradius, die Schwungkraft dagegen in der Richtung des Radius des Parallelkreiſes wirkt; alſo trägt nur ein Theil von letzterer(v cos.) zur Verminderung der Schwere bei, ſo daß, wenn w die Verminderung der Schwerkraft am Aequator bedeutet, w cos.²% die entſprechende Verminderung auf einem Breitekreiſe iſt.(Koppe's
Phyſik§ 39 ff.)


