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bis zum erſten hellleuchtenden Sterne verlängert, welches dann der ſogenannte Polarſtern iſt. 1½° von ihm entfernt befindet ſich das Nordende der Himmelsaxe, der Nordpol der Himmelskugel. Um dieſe Axe drehen ſich, wie geſagt, ſcheinbar alle Geſtirne in Kreiſen, die um ſo kleiner ſind, je näher ihr Mittelpunkt dem Nordpole(reſp. dem Südpole am entgegengeſetzten Ende der Himmelsaxe) liegt. Der großte aller Kreiſe, deſſen Mittelpunkt gleich weit von den Polen abſteht, heißt der Aequator. Er theilt die Himmelskugel in eine nördliche und eine ſüdliche Hälfte, Hemiſphäre, geht durch den Mittelp unkt der Erdkugel, halbirt den Horizont, und gibt in den beiden Durchſchnittspunkten den Oſt⸗ und Weſtpunkt. Die Kreiſe aller übrigen Sterne ſind parallel dem Aequator und heißen daher auch Parallelkreiſe. Der Abſtand eines Sternes vom Aequator wird deſſen Deklination genannt; alle Sterne in demſelben Parallelkreiſe haben gleiche Declination. Die Sonne befindet ſich nur zweimal im Jahre, nämlich im Frühlings⸗ und Herbſtanfange im Aequator, zu allen übrigen Zeiten bewegt ſie ſich in kleineren Kreiſen um die Erdaxe und zwar vom Herbſt bis Frühling ſüdlich, vom Frühling bis Herbſt nördlich vom Aequator. Im Herbſte rückt der Auf- und Untergangspunkt der Sonne immer mehr nach Süden, bis ſie am 21. Dezember ihre größte ſüdliche Abweichung erreicht.(Winter⸗ ſolſtitialpunkt.) Der Parallelkreis, in dem ſie ſich an dieſem Tage am Himmelszelte bewegt, heißt der Wendekreis des Steinbocks. Nun kehrt die Sonne zurück, geht am 21. März im Oſtpunkte auf, und bewegt ſich im Aequator, deſſen eine Hälfte ſie am Tage und deſſen andere Hälfte ſie in der Nacht zurücklegt, daher Tag⸗ und Nachtgleiche.(Frühlingsaequinoetialpunkt.) Nun ſetzt die Sonne ihre Nordbewegung fort, erreicht am 21. Juni ihre größte nördliche Abweichung(Sommerſolſtitial⸗ punkt) bewegt ſich an dieſem Tage im Wendekreiſe des Krebſes und kehrt dann zurück, um am 23. September wieder den Aequator(Herbſtpunkt, Herbſtaequinoctialpunkt) zu erreichen. Die Entfernung des Auf⸗ und Untergangspunktes der Sonne vom Oſt⸗ und Weſtpunkte heißt Morgen⸗ und Abend⸗ weite der Sonne; dieſelbe iſt alſo eine ſüdliche oder nördliche; das Maximum tritt ein am 21. De⸗ zember und am 21. Juni; der Tagekreis der Sonne im Wendekreiſe des Steinbocks iſt der kleinſte, der im Wendekreiſe des Krebſes der größte, beide ergänzen ſich zu einem Parallelkreiſe, deſſen Decli⸗ nation 23 ½ beträgt, daher kürzeſter und längſter Tag zuſammen gleich 24 Stunden.*)
Wie bereits oben geſagt, haben alle Sterne in demſelben Parallelkreiſe gleiche Declination. Um daher einen von ihnen genau beſtimmen zu können, legt man durch die Pole größte Kreiſe, (alſo ſenkrecht auf dem Aequator,) welche Declinationskreiſe heißen, da auf ihnen die Declination ab⸗ geleſen wird, und von denen man als erſten den durch den Frühlingspunkt gehenden betrachtet. Der Winkel, den der Declinationskreis eines beliebigen Sternes mit dieſem erſten bildet, heißt die Recta⸗ ſcenſion dieſes Sternes. Sie wird auf dem Aequator abgeleſen und entgegengeſetzt der ſcheinbaren, alſo übereinſtimmend mit der jährlichen Bewegung der Sonne in der Richtung der Thierzeichen (ſiehe d. ff.) von Weſten nach Oſten von 0 bis 3600 gerechnet. Geht der Declinationskreis durch das Zenith unſeres Ortes, ſo bildet er den Meridian deſſelben; er ſteht ſenkrecht auf dem Horizont, halbirt die durch letzteren abgeſchnittene Himmelshalbkugel, ſowie alle Parallelkreiſe, und ſomit auch alle Tage⸗ und Nachtbogen der Geſtirne. Dieſe erreichen daher in ihm ſowohl ihre höchſte Erhebung über dem Horizonte(Mittag), als auch ihre tiefſte Stellung unter demſelben(Mitternacht), d. h. ſie culminiren in ihm.
* Alle dieſe Angaben ſind nur annähernd richtig, indem ſich die Sonne bei ihrem ſtetigen Fortſchreiten eigent⸗ lich in einer Schraubenlinie um die Erde bewegt, alſo niemals einen wirklichen Parallelkreis beſchreibt; zudem wird die Tageslänge durch die Refraction weſentlich vergrößert; doch wird das Richtige ſich in der Folge ergeben.


