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Meilen machen würde. Wäre jedoch die Erde eine Kugel, ſo müßten wir, falls wir dieſe Kugel umwanderten, nach und nach alle Sterne eines groͤßten Kreiſes in unſerem Zenith erblicken Dies i*ſt wirklich der Fall und zwar beträgt die Strecke, die wir zurücklegen müſſen, um B im Zenith zu haben, nur etwa 15 Meilen. Daher iſt die Erde eine Kugel, deren Umfang 360 15= 5400 Meilen mißt..
4. Die innere Bildung der Erde berechtigt uns zu dem Schluſſe, daß ſich dieſelbe nicht immer in dem jetzigen feſten Zuſtande befunden hat; es muß eine Zeit gegeben haben, wo ſie, weniger feſt gefügt als jetzt, von bedeutend größerem Umfange, ihren einzelnen Theilen freiere Beweglichkeit ge⸗ ſtattete und gewiſſermaßen als ein Tropfen in der Unendlichkeit des Raumes ihre Bahn verfolgte. Nun iſt aber das Reſultat der unbehinderten Anziehungskraft d. h. des Strebens aller Theile nach möglichſter Annäherung, die Kugelgeſtalt, wie beim Waſſertropfen, ſo auch bei dem gewaltigen Him⸗ melskörper, weil eben die Kugel beim kleinſten Umfange,(alſo möglichſter Annähernng aller einzelnen Theile,) den größten Inhalt beſitzt*).
Orientirung am Himmel.
Da wir von der Erdkugel nur einen kleinen Theil, von der concentriſchen Himmelskugel aber faſt die Hälfte überblicken, da wir ferner die etwaige Bewegung der Erde nur am Himmelszelte wahrnehmen, ähnlich wie wir die Bewegung eines Schiffes oft nur am Vorübergleiten der Ufer er⸗ kennen, ſo ſuchen wir uns zunächſt am Himmel, und zwar am nächtlichen Himmel zu orientiren, weil dort der Anhaltspunkte unzählige ſind, und übertragen die einzelnen Beſtimmungen alsdann
auf die Erdkugel. 1. Der Horizont.
Der Horizont theilt den ſichtbaren Theil der Himmelskugel vom unſichtbaren; beide Theile wären genau einander gleich, wenn der Kreis des Horizonts durch den Erdmittelpunkt ginge. Dieſer angenommene Horizont heißt der wahre oder mathematiſche Horizont, im Gegenſatze zu dem im An⸗ fange erwähnten ſcheinbaren und je nach der Erhebung über die Erdoberfläche veränderlichen Hori⸗ zont. Scheinbarer und wahrer Horizont ſind alſo um den Erdradius von einander entfernt. Da aber dieſe Größe gegen die Fixſternweite verſchwindend klein iſt, ſo können in Bezug auf die Fix⸗ ſterne beide Horizonte als zuſammenfallend betrachtet und mit einander vertauſcht werden; keineswegs i*ſt dies jedoch beim Monde und der Sonne geſtattet.
Jeder dem Horizont parallele Kreis heißt Höhenkreis oder Almukantharat. Der Punkt, in wel⸗ chem die Scheitellinie eines Ortes die Himmelskugel trifft, heißt Zenith oder Scheitelpunkt. Der entgegengeſetzte Punkt in der unſichtbaren Himmelskugel Nadir oder Fußpunkt.“*)
*) Die Anſicht der Alten über die Erde beruhte beim Mangel jeder genauen Beobachtung lediglich auf dem Scheine. Homer hält die Erde für eine von Randgebirgen umzäumte und vom Okeanos umſtrömte Scheibe. Thales glaubt, der Himmel ſei eine halb mit Waſſer gefüllte Hohlkugel, in welcher die Erde als grader Cylinder mit der Schnittfläche nach oben ſchwimme. Pythagoras(540 v. C.) behauptet zwar die Kugelgeſtalt der Erde, doch witzelt Herodot(450 v. C.) IV 36. ziemlich beißend über dieſe ſeiner Anſicht nach thörichte Meinung. Claudius Ptolemäus (t†9 160 nach C.) entwickelt das erſte förmliche Syſtem der aſtronomiſch mathematiſchen Geographie, er zieht die Me⸗ ridiane von 5 zu 5“, die Breitegrade jedoch unregelmäßig durch Hauptorte. Sein Hauptwerk, von den Arabern Amalgeſt genannt, entwickelt vorzüglich in den zwei erſten Kapiteln des IX. Buches das nach ihm benannte ptolemäiſche Syſtem.
**) Im Allgemeinen fällt die Scheitellinie wegen der nicht ganz genau kugelförmigen Geſtalt der Erde nicht mit dem Erdradius zuſammen, ſondern beide bilden einen kleinen Winkel.


