—-— 66—
Thévenot, nunmehr ſämmtlich unter Feſtſtellung ihrer Dienſtsantrittszeit definitiv und zwar die 4 erſtern durch hochverehrlichen Magiſtratsbeſchluß vom 4., letzterer unter dem 15- Oktober zu ordentlichen Lehrern an den ſtädtiſchen Schulen, zunächſt in Verwendung an der Selectenſchule, ernannt und unter dem 24. December v. J., beziehungsweiſe unter 8. Januarzd. J., höheren Orts beſtätigt, ſodann von dem Inſpector am 10. Februar auf ihr Amt verpflichtet wurden. Gleichzeitig wurde den Lehrern der Schule die den ſtädtiſchen Lehrern insgeſammt vom 1. Juli 1872 an gewährte Gehaltsaufbeſſerung von 16 ⅞ Procent ihres Gehaltes zu Theil. Die vorerwähnten 5 definitiv angeſtellten Lehrer theilen über ihren Lebens⸗ und Studiengang Fol⸗ gendes mit:
Heinrich Thormann, geboren zu Beelen in der Provinz Weſtfalen am 16. Auguſt 1839, vorgebildet auf dem Gymnaſium zu Warendorf und von demſelben Michaelis 1862 mit dem Zeugniſſe der Reife entlaſſen, beſuchte 1862— 1866 die Akademie zu Münſter und die Univerſität zu Greifswalde. Von der philoſophiſchen Facultät dieſer letztern Univerſität auf Grund ſeiner Diſſertation„De hominis mammaliumque nonnullorum pilis“ ſowie eines mündlichen Examens zum Dr. phil. promoviert, legte er daſelbſt die Prüfung pro facul- tate docendi ab, leiſtete darauf von Oſtern 1867— 1868 am königl. Gymnaſium zu Pader⸗ born das geſetzlich vorgeſchriebene Probejahr ab und wurde im Herbſte 1868 als proviſoriſcher Reallehrer an die Selectenſchule berufen. In dieſer Stellung verblieb er, bis durch Magi⸗ ſtratsbeſchluß vom 4. Oktober 1872 ſeine Ernennung zum ordenttlichen Lehrer an den ſtädtiſchen Schulen dahier, zunächſt in Verwendung an der Selectenſchule, erfolgte. Dieſe Ernennung wurde durch Erlaß des Königlichen Provinzial⸗Schulcollegiums zu Kaſſel vom 24. December 1872 beſtätigt.
Jakob Nover wurde am 22. Mai 1845 zu Offenbach a. M. geboren und erhielt ſeine erſte Schulbildung in Privatanſtalten zu Frankfurt a. M. und zu Gießen, wohin ſein Vater als Polizeibeamter verſetzt wurde. Von Oſtern 1857 bis Oſtern 1863 beſuchte er das Gym⸗ naſium zu Gießen und verließ es mit dem Zeugniß der Reife, um ſich auf der dortigen Hoch⸗ ſchule beſonders dem Studium der alten Sprachen zu widmen. Im Frühjahr 1867 beſtand er das Examen für das Gymnaſiallehramt und erwarb die philoſophiſche Doctorwürde. Anſtatt nun von der Erlaubniß der Großherzoglichen Oberſtudien⸗Direction, den Acceß im Gymnaſiallehr⸗ amte an einem der inländiſchen Gymnaſien anzutreten, Gebrauch zu machen, nahm er zu⸗ nächſt, um ſich auch in den neueren Sprachen mehr auszubilden, eine Stelle als Privatlehrer in Süd⸗Frankreich an. Von da wurde er auf Beſchluß der Hochwürdigen kath. Kirchen⸗ und Schulkommiſſion im Juli 1868 als proviſoriſcher Reallehrer an die Selectenſ chule zu Frankfurt a. M. berufen. Durch Magiſtratsbeſchluß vom 4. Oktober 1872 wurde er definitio zum ordentlichen Lehrer an den ſtädtiſchen Schulen daſelbſt, zunächſt in Verwendung an der


