Aufsatz 
Historia critica poesis Graecorvm elegiacae / Nicolavs Bachivs
Entstehung
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B. Fertigkeiten.

1) Gesang. a) Alle Classen vereiniqt: Einühung von Choralmelodieen nach N. Bachs und M. Henkels Christlichen Liedern 1 St. b) Classis selecta, zusammengesetzt aus den geübteren Discan- tisten, Altisten, Tenoristen und Bassisten aller Classen, vierstimmige Chœre, Cantaten und Hymnen, 1 St. c) Ouarta& Ouinta ein- und zweistimmige Lieder, je 1 St. d) Sexta Elemente des Gesanges nebst Einübung leichter Lieder 1 St. Gesanglehrer Henkel.

2) Zeichnen nach P. Schmidscher Methode. a) Classis selecta nach Vorlegeblättern und nach der Natur in Bleistift- Feder- Crayon- und Tuschmanier 2 St. b) Ouarta nach zusammengesetzteren Rörpern in perspectivischer Ansicht und mit vollkommner Ausführung von Licht und Schatten Aufnehmen von Naturgegenständen, 1 St. c) Ouinta nach grad- und krummliniegen Rörpern in per- spectivischer Ansicht, unter Anwendung von Licht und Schatten, 2 St. d) Sexta nach Vorzeichnun- gen auf der Tafel, sowie nach grad- und krummliniegen Rörperu, daneben die Vorbegriffe der geo- metrischen Formenlehre, 2 St. Zeichenlehrer Lange.

5) FKalligraphie. a) Quarta& Ouinta Deutsche, Lateinische und Griechische Schrift nach Vor- legeblättern und Dictaten, in IV 2, in V 5 St. b) Sexta Deutsche und Lateinische Currentschrift, Anfangs durch Erklærung und Vorschreiben einzelner Buchstaben und Wörter auf der Tafel, spæter nach Vorlegeblättern, 4 St. Schreiblehrer Jessler.

4) Gymnastische Uebungen konnten in Ermangelung eines Turnplatzes und Lehrers bis jetzt nicht stattfinden.

Am Schlusse einer jeden Woche versammelten sich unter Leitung des Directors und Gesang- lehrers alle Schüler im Prüfungssal zu gemeinschaftlichem Gebet und Gesang.

II. Chronik des Gymnasiums.

Di im Jahre 1335 unter den hœchsten Auspicien SurxEn HonErr des durchlauchtigsten Rurprinzen und Mitregenten von Rurfürstlichem Ministerium des Innern verordnete Organisation des Gymnasiums in ebendemselben Geiste, der sie von Anfang an leitete, dem Grundprincip der HIowaNrrær getreu, belebt und erwärmt von der Sonne des CunisrExruuGus, erleuchtet durch die elassischen Sprachen des Al- terthums in innigster Verbindung mit der Muttersprache, befruchtet durch das Studium der Mathematik, Geschichte, Erd- und Naturkunde, auch wæhrend des eben ablaufenden Schuljahres folgerecht durchzu- führen hat der Director stæts als eine sciner heiligsten Pflichten erkannt. Wenn derselbe so manche Ver- unglimphung des seiner Leitung anvertrauten Gymnasiums, mehr als eine Entstellung des wahren Sach- verhältnisses und alles das antichristliche Wesen, wie es seit Jahresfrist in öffentlichen(namentlich Baie- rischen) Blättern mit der raffiniertesten Bosheit ausgebeutet worden ist, in Christlicher Geduld über sich hat ergehen lassen; so erklære man sich dieses Stillschweigen nicht als ob es ihm an schlagfertigen Waffen zu seiner Vertheidigung gefehlt hätte lediglieh daraus, daſs er, nur Gott, seinem Fürsten und seiner Obrigkeit verantwortlich, es ein für allemal unter seiner Würde hält sich mit dem ersten besten hinter dem Schleier feiger Anonymitæt versteckten Calumnianten in einen ephemeren Federstreit einzulassen. Dagegen wird er im Hochgefühle seines guten Gewissens, zur Ehre Gottes und der guten Sache die er vertritt, im festen Vertrauen auf die unwandelbare Huld des hœchsten Landes- herrn, auf die Gerechtigkeit der vorgesetzten hohen Staatsbehgœrde, auf die Zuneigung seiner pflicht- trenen Amtsgenossen, auf die Liebe seiner gutgearteten Schüler und auf das unbefangene Urtheil der edelsten seiner Zeitgenossen mutig und unerschütterlich auf der einmal betretenen Bahn vor- wärtsschreiten, eingedenk der Worte unseres Herrn und Meisters Jesu Christi: Ich muss wirken die