Aufsatz 
Festschrift zur Jubiläums-Feier des 50jährigen Bestehens der Unterrichtsanstalten der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a.M. 1903
Entstehung
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jährigen Knabenklassen in einjährige zu zerlegen und man nur für die oberste Klasse den zweijährigen Kursus beibehielt. So bestand die Knabenschule aus VI, V, IVb, IVa, IIIb, IIIa, II, alle mit einjährigem und I mit zweijährigem Kursus. Allein die Teilung war noch nicht vollständig durchgeführt, da in den Realien die Abteilungen der oberen Klassen zum grössten Teil noch vereinigt blieben; immerhin war es aber ein Gewinn, dass im hebräischen, deutschen und dem fremdsprachlichen Unterricht die Teilung eine durchgreifende war.

Die Überfüllung der unteren Klassen machte es im Jahre 1862, da die Schule 156 Knaben und 103 Mädchen zählte, not- wendig, die vierte Mädchenklasse von der Knabenklasse, mit der sie bisher verbunden war, zu trennen und eine besondere, vierte Mädchenklasse mit zweijährigem Lehrgang zu bilden.

In dieser Organisation, nach welcher die zwei unteren Klassen die Geschlechter noch vereinigte und die vier Klassen der Mädchenschule zweijährigen Kursus hatten, verblieb die Schule bis zum Jahr 1866, dem Jahre der politischen Umgestaltung Deutschlands und der Einverleibung Frankfurts in Preussen, die eine einschneidende und wesentliche Veränderung für die Aus- gestaltung des Frankfurter Schulwesens bedeutete. Halten wir an diesem Standpunkte ein und wenden wir uns der Entstehungs- zeit unserer Schule wieder zu, um zu sehen, wie sie, abgesehen von ihrer Organisation, sich indessen von da ab entwickelt hatte und was für ihre Consolidation bisher geschehen war.

In dreizehn Jahren war die Schülerzahl um mehr als das Dreifache gestiegen, mit 84 Schülern und Schülerinnen hatte sie begonnen, und im Jahre 1866 zählte sie 259; das zeigt, dass sie es verstanden, sich Vertrauen zu erwerben, was aber nur durch gute und zufriedenstellende Leistungen möglich war. Doch noch weitere Beweise von Vertrauen wurden der Schule ent- gegengebracht.

Der Aufgabe, die Nachgebliebenen der Lehrer vor Not sicher zu stellen und somit diesen eine schwere Sorge für die Zukunft

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