Ueber die Berechtigung des Idealen in der Kunft.
anche von denen, welche vorſtehendem Thema eine prüfende Beachtung ſchenken, werden der Meinung ſein, daß es ziemlich überflüſſig ſei, etwas zur Berechtigung des Idealen in der Kunſt überhaupt noch ſagen zu wollen, da es ſich einerſeits ganz von ſelbſt verſtehe, daß das Ideale in der Kunſt vorkommen müſſe, andererſeits ſchon ſo viel darüber geſagt und geſchrieben ſei, daß die Arbeit an einem gewiſſen Mangel an Berechtigung leide, indem ſie ſo als Nachzügler hinter einer längſt erledigten Frage her erſcheine. Vergebliche Mühe— wird man von dieſer Seite her ſagen— und verſchwendete Zeit, nachdem ſo viele Männer, welche in den Reihen der Wiſſen⸗ ſchaft eine hervorragende Stellung einnehmen, uns ausführlich belehrt haben, daß das Ideale ſo mit der Kunſt in Eins ver⸗ wachſen ſein muß, wie das Ding überhaupt mit ſeinem Weſen, nachdem durch die bedeutendſten Künſtler aller Zeiten und aller Nationen auch practiſch in ihren Kunſtwerken der Be⸗ weis geliefert iſt, daß das Ideale vom Weſen der Kunſt nicht zu trennen ſei— vergebliche Mühe, nun nochmals auf dieſe Sache zurückkommen, allgemein Anerkanntes und bereits Be⸗ wieſenes noch einmal leichter Hand zuſammenſtellen und ſchließ⸗
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