deln immerfort, im Kreislauf wechselt Entstehen, Blühen, Altern, Absterben. Klage hilft nicht dagegen. Hecabe, 690, Oenom. fragm. 3. Der Mensch muss sich im Ge- danken an die unabwendbare Nothwendigkeit zufrieden geben. Cfr. Plutarch. consol. ad Apoll. ed. Hutten vol. VII., p. 321.
Zwei Richtungen sind im materiellen Leben miteinander verbunden, Werden und Vergehen. Die Welt existirt nur durch Combinirung zweier Kräfte, einer positiven und einer negativen, die sich gegenseitig so ergänzen, dass keine ohne die andere besteht; in ihrer Mischung dauert die Welt.) Der Tod ist also nicht der Gegensatz des Lebens, sondern vielmehr durch ihn ist es erst möglich; ohne die gleichzeitige Wirkung der beiden Kräfte würde das Leben in Nichts aufgehen, zwischen zwei Polen bewegt es sich im Kreislauf.
C. I. 6209, von Rom; 6870 loci incerti, 1001 von Athen. Die νο, welche der Aether gab, ist auch wieder von ihm aufgenommen worden. GCfr. die christliche In- schrift 9865.
C. I. Nro. 9145, von Bostri. Dahin gehört auch die Inschrift des Kyknosgrabes von Aristoteles bei Bergk, Griechische Lyriker.
Bei Euripides finden wir die Lehren des Xenophanes, Heraclid und des Prodicus, orphisch-pythagoräische und eleusinische Anschauungen. PEr ist bemüht, heiteren Lebens- genuss anzupreisen im Angesicht des unvermeidlichen Todes, kann aber andererseits seinen Schmer⸗ über die Nichtigkeit des irdischen Daseins nicht verhehlen. Wir alle sind dem Tode verschuldet und büssen die Schuld unserer Existenz im Sterben. Alcest. 421: ⁴οσιυ ⅜ν εαναάσε ν ꝓσεiεεια. Aehnlich ist Simonid. 123 bei Bergk. Dass der Mensch nach dem Verscheiden dem Tode nichts mehr schulde, ist ausgedrückt in GC. J. Nro. 6218, von Rom. In unklarem Schwanken, das man nicht ohne Rührung verfolgen kann, gelangt Euripides nicht weit über Homer hinaus, auf dem er fusst. Das Fort- leben besteht in der Erhaltung des Nachruhms im Diesseits. Iphigenia, Macaria, Euadne, Alcestis, Polyxene sterben in der Hoffnung auf ewigen Ruhm, Menoicos, Hecuba und Hippolyt haben den Trost, dass die Nachwelt ihrer rühmlich gedenken werde. Sein Leben im Jenseits entbehrt der vollbewussten Persönlichkeit, er hat nicht die fronme. innige Ueberzeugung, dass dorten den Menschen ein glückliches Dasein erwarte. In der Alcestis ist geradezu Zweifel in jenes glückliche Leben gesetzt; 625, 743. Dieser trostlose Zweifel spricht sich aus:
C. I. Nro. 2322 b³, von Rhenea, s. o. Wenn überhaupt dorten eine 2000 ist so wirst du in die Wohnungen der Frommen eingehen.
C. I. Nro. 6247, von Rom. Wenn es überhaupt bei den Verstorbenen eine Em- pfindung gibt, so mögest du im Lande der Frommen sein.(Cfr. Nro. 6210, 2258, 808, 956.
Die Inschriften C. I. 6276 und 6247 enthalten das euripideische 200GQό ꝶ)- 2⁴κσε πμ⁶αοισ, Alcest. 464, sit tibi terra levis, welchen inhaltslosen und ebense nu- christlichen Wunsch man häufig auf modernen Grabmälern ausgedrückt findet. Er er- klärt sich so, dass man, weil der Tod als Bruder des Schlafes betrachtet wird, die Ver- storbenen als Schlafende behandelte. Jene Formel ist ebenso traditionell, wie 2νϑαε reĩεαεν εdονπσ. Cfr. C. I. Nro. 9541, 9548, 9549, 9683, 9650, 9560, 9569, 9608, 9644, 9625, 9626, 9704, 9733, 9805, 9823, 9852, 9886, 9887, 9889, 9891, 9892; diese zwei letzten aus Trier. Aber C. I. Nro. 9575, 9706, 9707, 9580, 9844 betonen» 2dO=qõlm 10 Mνενι⁴αά wäührend Nro. 9863 gar die Seele im Grabe ruhen lässt: e 1001% 10 1011% dνασαασνεεε(soll heissen: dαmsπνεεα]) 10 Tνεᷣοιααα Wie in manchen nichtchristlichen In- schriften mehr als eine Anschauung enthalten ist, so weisen Nro. 9567 das 1νυ Idον neben er eions, und 9650 νηάμ dἀ οω eben àν⁄ ⁹ϑ‿ι auf. Cfr. 9722.
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45) Brandis I., 241.


