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dort bleiben wolle. Jedoch daſſelbe Jahr 1804 rief ihn von hinnen, im 46. Lebens⸗ jahre hatte er ſeine Erdenbahn vollendet. Aber„wenn der Leib in Staub zerfallen, lebt der große Name noch“. Heute nach 100 Jahren wird er nicht allein überall in unſerm deutſchen Vaterlande, ſondern, wie wir in den Tagblättern leſen, in Lon⸗ don, Paris, in Amſterdam, Brüſſel, in der Schweiz, in Warſchau, Petersburg und Moskau, ſelbſt jenſeit des Oceans, ſo weit die deutſche Sprache klingt und Gott im Himmel Lieder ſingt, gefeiert. Und welcher Dichter wäre einer ſolchen Feier wür⸗ diger? Göthe hat das ſchöne Wort geſprochen:„In Schiller war die Chriſtusten⸗ denz eingeboren, denn Alles veredelte er.“ Ja er hat für des Volkes Veredelung geſtrebt und gewirkt, und es erkennt das und dankt ihm. Er hat ſein Volk gehoben, und dankend erhebt es ihn heute vor aller Welt und in aller Welt*). Schiller's
*) Von der Allgemeinheit des Feſtes zeugten die Berichte in den nach der begangenen Feier erſchienenen Tagblättern, aus welchen wir hier Einiges bemerken: In London war das Feſt im Kryſtallpalaſt veranſtaltet und der Fackelzug ſo impoſant, daß — ſo ſchreibt man— ganz England voll davon iſt. Sehr ſchön war die Feier in Mancheſter und Edinburg, und nicht bloß von Deutſchen, ſondern auch von Engländern. In Frankreich wurde das Feſt außer in Paris, wo der von Meyer⸗ beer beſonders dafür komponirte Marſch mit dem größten Beifall aufgenommen und wiederholt werden mußte, auch in Bordeaux und Marſeille gefeiert. Die Deut⸗ ſchen in Malaga verherrlichten den Tag durch Muſik und Reden(über die Lite⸗ ratur der letzten 100 Jahre und Schillers Einfluß auf dieſelbe); beim Feſtmahle ſpielte das Muſikkorps des Regiments San Fernando. Gothenburg gab eine Feſtvorſtellung im Theater und ſandte eine Begrüßung nach Weimar; die Schiffe aller Nationen flaggeten. Aus Rußland kam die Nachricht, daß der Schillerver⸗ ein in Moskau beſchloſſen habe, für die Kirche zu Marbach eine Glocke gießen zu laſſen, und daß er die Zeichnung derſelben nebſt Schenkungsurkunde dahin ab⸗ geſandt habe. Zu Aſtrachan fand ein großartiges Schillerfeſt ſtatt, die Vorträge wurden abwechſelnd in ruſſiſcher, franzöſiſcher und deutſcher Sprache gehalten, und Schukowski's Ueberſetzungen von Schillers Balladen deklamirt und geſungen. Die Urkantone der Schweiz, Uri, Schwyz und Unterwalden hielten am Rütli eine Ver⸗ ſammlung und beſchloſſen, an der Felspyramide des Mythenſteines daſelbſt dem Dichter eine Gedenktafel zu ſetzen mit den Worten:„Dem Dichter des Tell an ſeinem hundertſten Geburtstage die Urkantonen. Auf der Inſel Malta beging


