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heil. Schrift das koſtbarſte Denkmal und in dem Liede:„Eine feſte Burg iſt unſer Gott“ den herrlichſten Kirchengeſang hinterlaſſen hat, ein echt deutſcher Mann, von felſenfeſtem Glauben, friſch, frei, fröhlich und fromm, Gottes Freund und der Welt Feind. So war Luther.
Der 10. Nov. iſt auch der Geburtstag unſers großen Dichters*), nicht allein unſeres, ſondern eines der größten Dichter überhaupt, welchen die Urtheilsfähigen unter allen Völkern der Erde als ſolchen anerkennen und verehren, der ſeinen Ehren⸗ platz einnimmt neben dem Sänger der Ilias und Odyſſee, dem Vater der Poeſie, neben den großen Tragikern der Griechen, einem Aeſchylus, Sophokles und Euripi⸗ des, der neben Horaz und Virgil ſeine Stelle behauptet, den weder die großen ita⸗ lieniſchen Dichter, ein Dante, Arioſt und Taſſo, noch die der Spanier, ein Cervantes und Calderon de la Barca überragen, der ſelbſt dem größten Dichter der Briten, dem unſterblichen Shakſpeare, würdig zur Seite ſteht, und der endlich alle Poeten der Nation, die ſich ſo gern die große nennt und nennen hört, übertrifft.
Warum iſt nun Schiller der hochgefeierte Dichter? Wir antworten: weil er völlig und in vollendetem Maße ein Dichter iſt. Denn er beſitzt einmal wie ſein Erbtheil und Eigenthnm des Dichters höchſtes Gut und Kennzeichen, die Himmels⸗ königin, die Phantaſie, die ihn von den erſten bis zu ſeinen letzten Poeſien nicht ver⸗ laſſen hat, die ewig bewegliche, immer neue, die, um mit Göthe zu ſprechen,„bald roſenbekränzt mit dem Lilienſtengel Blumenthäler betritt, Sommervögeln gebietet und leichtnährenden Thau mit Bienenlippen von Blüthen ſaugt, bald mit fliegendem Haar und düſterem Blick im Winde ſauſet um Felſenwände, und tauſendfarbig, wie Morgen und Abend, immer wechſelnd, wie Mondesblicke, den Serblichen ſcheint.“ Dieſe holt ihm aus dem Himmel die Zierden der Dichtkunſt und reicht ihm den Stoff zu den Idealen, die er dem Menſchen hinmalt zu Nutz und Frommen, zu Muſtern und Vorbildern, denen er nachſtreben, denen er nachjagen ſoll. Dieſe führt ihn durch die Pforten der Hölle und malt ihm die Strafen und Qualen des Sün⸗
*) Die Marbacher haben zwar, nach dem Zeugniß ihres Kirchenbuches, erklärt der 11. Nov. ſey Schillers Geburtstag; da indeß Freiherr Alfred von Woll⸗ zogen gezeigt hat, daß Schillers Vater den 10. Novbr. als Geburtstag ſeines Sohnes Friedrich genannt, und daß Schiller ſelbſt, ſeine Frau und ſeine Kinder ohne den geringſten Zweifel den 10. als ſolchen gefeiert haben, ſo dürfte auch dieſer wohl für immer ſeine Geltung behalten.


