Aufsatz 
Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Reichsstadt Frankfurt / von Friedrich Bothe
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

hundert der Stadt eine gröfsere Anzahl von Einnahmequellen zugänglich, die bisher dem Reiche geflossen waren, so das Schultheiſsenamt¹, den Reichsforst, die Juden.

Die Rechenherren schalteten sehr willkürlich mit den Einkünften, so daſs sie z. B. Gelder an einzelne Personen ausliehen ². Selbst die Ablieferung der Bede wurde den Bedeherren gestundet?. Andererseits wurde, wenn Mangel an Bargeld eingetreten war, unter der Hand eine kurzfristige Anleihe bei einigen reichen Bürgern aufgenommen ¹, rück- zahlbar meist nach der Messe. Denn Uberfluſs an Barmitteln war in der Stadtkasse im Mittelalter nicht vorhanden; gröſsere Jahresüberschüsse kommen nicht vor.

Eine ganze Reihe von Jahren waltet auch die Gepflogen- heit ob, solche Anleihen oder geschehene Abzahlungen auf lose Zettel zu schreiben, die man dann ins Rechenbuch legte, wo sie vom Archivar Kriegk entdeckt und sorgfältig eingeklebt worden sind6. Auch andere Gedenkzettel finden sich?. Wahr-

1 Rb.(Rechenbuch) 1348 ff. fol. 63 b. Item Dylman portener hat geantwürtit von dem[zollle sint dem male das des Schultheiszen Ampt Felost ward von herrn walther von Cronenberg Anno domini MCCCXLIX

ominica pasce VII lb praeter XXXII h.

2 Rb. 1375 fol. 101. Item XVIII gulden ist Clese von Caldebach schuldig der hait by syme Eyde gered obe Ime der Rad keyne gnade tun wolle vnd auch obe he is nicht virdienete da(l) he nyd von hynne riden welle he enbezale is mit siner habe ader anders mit syme gude.

Item L gulden han wir Gerharte von hulschaffen geluwen.

Item XXIIII gulden han wir henne Remen geluwen.

Item VI gulden han wir hennen von Reddelnheim geluwen der hat by sime eyde gered obe he nyd by der Stad blibe daz he sie vns geben wolle.

³ Rb. 1369.(vorn innen auf dem Deckel) wicker Froischs vnd sin gesell von der nydirn bede blebin schuldig VII ½ C lb. vnd V ½ 1b. hell des hand sie gegebin vnd bezalit vff diesen dag den Rechenmeistern CC Ib LXXII Ib XII s hell etc.

4 Rb. 1356 fol. 43 b. Item man ist schuldig petzemanne dem vngylder die he in die Rechenunge hat geluhen C flor. vnd Clb an hell. die man Ime bezalin sal alse frankf. Nüůwen Mezse vz get neyst komet.[Durch- strichen.] 1363 fol. 3a. Item Johan gerthener hat vns gelühen IIIe gulden in diese neisten viertzehin dage zu bezalin.

5 Z. B. Rb. 1363, Umschlag innen. Item die aldin rechemeister hant vns geantwurtit I ½ e Ib II 1b bose vnd güd.

6 Eingeschriebene Schulden sind besonders vermerkt auf den Zetteln. Rb. 1369 fol. 60. Sabbato ante Quasimodogeniti lentziln hat vns geluhen dar LV florins die dem von Mentze wordin vnd sint ingeschribin.

7 Rb. 1378 fol. 144 b. Zettel. Item 1 cinthener vnd XXIIb flasches had henne vngelimp daz man kauffte uff die Ryse gein Wetzslar.

Rb. 1367. fol. 48 b. Zettel. wir han noch by frowen Kunnen golt- smeden IIIIe guldin 1 ½ guldin.

Item die Juden M guldin LXX guldin

Item der dechan IIIIe guldin

Item Jacob der aldin Montze VIIIe Ib.

Item Arnold bog IIIIe Ib.

Item by Clawese appinheymer VIIIc guldin XX guldin vnd XVIIIshell.

Anderer Zettel: wir han Clawesz appinh geantwertit feria quinta post Oculi an golde IIIe guldin XXV guldin vnd an hellirn IIIe Ib.

1*