Aufsatz 
Beiträge zur Erklärung von Vergil's Georgica
Entstehung
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sublapsus refertur: wie derjenige, welcher den Strom hinaufrudert, wenn ſein Arm er⸗ mattet,(zurückſinkt) und in die Tiefe gerafft wird. Aber auch ſo geht abgeſehen von den Schwierigkeiten, die die Annahme einer ſolchen Ellipſe gewährt die Kraft des Ausdrucks verloren. Dieſe liegt zunächſt in der eigenthümlichen Wendung, mit der an die Stelle der zu erwartenden paſſiviſchen Conſtruction(in praeceps rapitur als Prädicat zu qui... subigit) die activiſche tritt: illum in praeceps rapit alveus, wobei durch illum nochmals mit Nachdruck auf den vorausgegangenen Relativſatz als das Object hingewieſen iſt. Dieſe Kraft wird erhöht durch das anakoluthiſch vor illum tretende atque, wodurch die folgenden Worte gewiſſermaßen ſelbſtändiger hingeſtellt ſind und das überraſchend ſchnelle Eintreten der Kataſtrophe ausgedrückt iſt. Zu vergleichen iſt die Anwendung von ecce: Quid dicam, iacto qui semine comminus arva Insequitur..., Deinde satis fluvium inducit... Et, cum exustus ager morientibus aestuat herbis, Ecce supercilio clivosi tramitis undam Elicit?(Georg. I, 108). Bei Servius in deſſen Erklärung überhaupt die richtige Conſtruction unſrer Stelle enthalten iſt wird der Eindruck dieſes atque durch statim wiedergegeben; vgl. Gell. N. A. X, 29. Ich faſſe die Erklärung und Conſtruction der Worte zum Schluß noch in der Ueberſetzung derſelben zuſammen: Gerade wie(den Schiffer] der nur mit Mühe den Kahn mit dem Ruder ſtromaufwärts treibt, wenn er einmal den Arm ſinken läßt, und da(atque) reißt ihn das Flußbett in die Tiefe in der Richtung des Stromes(prono amni)..

Ribbeck's praeceps(nach dem Palatinus) paßt nicht zu alveus; dagegen bedarf rapit der Ergänzung, welche entweder nach dem bei Vergil herrſchenden Sprachgebrauch praecipitem heißen müßte oder in praeceps(pgl. Aen. VI, 578), wie in den übrigen

Handſchriften ſteht.

Georg. I, 281 f.: Ter sunt conati imponere Pelio Ossam Scilicet atque Ossae frondosum involvere Olympum. An dieſer Stelle, ſowie Georg. II, 244 f.: aqua eluctabitur omnis Scilicet et grandes ibunt per vimina guttae, findet man in den meiſten Ausgaben hinter scilicet ein entſtellendes Komma; die dritte hierher gehörige Stelle iſt Georg. II, 533 f.: sic fortis Etruria crevit Scilicet et rerum facta est pulcherrima Roma.

In conſequenter Weiſe iſt jenes Komma nur in der kleinen Haupt'ſchen und in der Textesausgabe Ribbeck's weggelaſſen. Ueber die Bedeutung von scilicet beſteht wohl kaum ein Zweifel; da es den Zweck hat, den Leſer auf irgend etwas Großes und Merkwür⸗ diges aufmerkſam zu machen(bei Vergil ſelten mit ironiſcher Färbung), ſo iſt es natür⸗ lich, daß es in der Regel vor dem Satz oder den Worten ſteht, auf welche aufmerkſam gemacht werden ſoll; vgl. Georg. II, 61:

Scilicet omnibus est labor impendendus, ferner I, 493. III, 266. IV, 225. Aen. II, 577 u. a. Ueberall nimmt es zugleich den

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