Aufsatz 
Die Lehre und Verfassung der morgenländischen Kirche / von Thomas Bormann
Entstehung
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und Sopran bildeten, vereinigt war. 2 St. Zur Einübung der für den katholischen Gymnasialgottesdienst bestimmten Choralmelodieen des Gesangbuches von Dronke und Henkel wurde nach Bedürfniss die eine der beiden für die Gesangübungen der Selecta bestimmten Stunden verwendet. Gesanglehrer Henkel.

2. Zeichnen. a) Sexta. Geometrisches und perspectivisches Zeichnen gerad- und krummliniger Körper und Zeichnen geschwungener Linien in verschiedenem Arabeskenstil, nach Vorzeichnungen an der Tafel. Einzelne geübtere Schüler erhielten Vorlagen. 2 St. b) Ouinta. Zeichnen der verschiedensten Gegenstände nach Vorlegeblättern, mit Anleitung zum Schattiren, nach Massgabe der Befähigung und tech- nischen Fertigkeit der Schüler. 2 St. c) Quarta. Dieselben Uebungen wie in Quinta und überdies Zeich- nen malerisch schattirter Gegenstände, als Landschaften, Thiere, Figuren und Köpfe, nach Vorlegeblättern. 1 St. d) Classis selecta, welche aus 22 geübteren Schülern der drei oberen Classen bestand. Vollstän- dige Ausführung von Köpfen, Figuren, Landschaften, Architekturansichten, Thieren u. s. w. mit Bleistift, zweierlei Kreiden, Tusche und Farben, nach Vorlegeblättern. 2 St. Zeichenlehrer Binder.

5. Sehönschreiben. a) Sexta. Uebungen in der deutschen und lateinischen Schrift, indem die einzelnen Buchstaben auf der Tafel vorgeschrieben wurden, später nach Vorlegeblättern. 4 St. b) Ouinta. Uebungen in der deutschen, lateinischen und griechischen Schrift, nach Vorlegeblättern. 2 St. c) Ouarta. Fortgesetzte Uebungen in der deutschen, lateinischen und griechischen Schrift, nach den grösseren Vor- legeblättern, zuletzt, um die Fertigkeit der Schüler im Schönschreiben zu erproben, nach Dictaten. 2 St. Schreiblehrer Jessler.

4. Förperliche Uebungen. Die Turnübungen wurden auch im verflossenen Schuljahre von dem Gymnasial-Zeichenlehrer Binder geleitet. Von der Theilnahme an denselben hatten von den 188 Schü- lern, welche das Gymnasium bei Eröffnung des Schuljahres zählte, 11 Dispensation nachgesucht, welche denselben, auf den begründeten Wunsch ihrer Eltern, auch ertheilt wurde. Die 177 Turnschüler waren, wie auch in den früheren Jahren, in zwei Abtheilungen, von welchen die eine die Schüler der drei oberen, die andere die Schüler der drei unteren Classen umfasste, gesondert und jede der beiden Abtheilungen bestand aus 12 Riegen von je 7 bis 8 Mitgliedern. Die gedachten Uebungen, deren Einrichtung sowohl für das Gerüst- und Geräthturnen als auch für die Frei- und Ordnungsübungen nach Reihenfolge und Ausdehnung dieselbe blieb wie im verflossenen Schuljahre, begannen für die erste Abtheilung am 4., für die zweite Ablheilung am 9. Mai und wurden bis zum Schlusse des Sommersemesters fortgesetzt. Bei der Leitung und Anordnung der Turn- und anderer Jugendspiele wurde der Turnlehrer durch den Oberprimaner Anton Kiel und die Unterprimaner Adolf von Heppe, Christian Kind und Richard Mauritius sowohl auf dem Turnplatze als auch bei den gemeinschaftlichen Spaziergängen mit recht erfreulichem Eifer unterstülzt; die für die letzteren und für die Turnübungen bestimmten vaterländischen Lieder wurden auch in dem verflossenen Schuljahre wieder von dem Unterprimaner Heinrich Müller in Gegenwart des Turnlehrers mit recht gutem Erfolge eingeübt. Die Einübung dieser Lieder begann sogleich mit der Eröffnung des Schuljahrs in den für die Turnübungen angesetzten Stunden, und als die Witterung die Vornahme der letzteren gestattete, wurde, wie es auch bereits in dem verflossenen Schuljahre geschehen war, die Einrichtung getroffen, dass die Schüler sich jedesmal zur Turnstunde im Prüfungssaale versammelten, hier unter Flü-