7. Beilage.
Beitrag zur Kenntniss der Fische der unteren Maingegend
von
Oskar Böttger.
Eingehendere Beobachtung der in hiesiger Gegend so schön und mannichfaltig vorkommenden Versteinerungen der miocänen und oligo- cänen Schichten der Tertiärformation lenkte mich auf Untersuchung der hier im Main und in seinen Nebenflüssen vorkommenden Fische. Durch den vor wenig Wochen verstorbenen, um die Kenntniss vorweltlicher Thiere so hochverdienten Herrn Herm. v. Meyer in Frankfurt auf- merksam gemacht auf die in den Thonen der Litorinella- und Corbicula- schichten der Stadt selbst gar häufig vorkommenden Gehörsteine oder Otolithen von barschartigen Fischen, suchte ich dieselben in weiteren Gliedern unserer und anderer Tertiärformationen und war so glücklich, besonders in den Meeressanden von Weinheim bei Alzey und Waldböckel- heim bei Kreuznach, sowie in dem von Kassel eine so reiche Auswahl und so verschiedene Formen dieser eigenthümlichen Körperchen zu finden, dass ich auf den Gedanken kam, die Zahl und Form derselben zur Unterscheidung, ja zur Klassifikation der hier vorkommenden tertiären Fische zu benutzen.
Aber bei dieser Untersuchung stiess ich auf unüberwindliche Hin- dernisse. Studien über diesen Gegenstand sind nur bei ganz wenigen Süsswasserfischen gemacht; das innere Ohr und die Gehörsteine von nur San⸗ wenigen Meeresfischen sind beschrieben; Abbildungen dieser Theile
nden sich in geringer Zahl meist nur in älteren Schriften zerstreut und sind, wie z. B. bei Klein, hist. pisc. naturalis missus, Gedani 1740, zu einer eingehenden Vergleichung unbrauchbar.


