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1 Zugleich mit den genannten Abiturienten unterzog sich der Maturitätsprüfung Anton Eysert aus Frankfurt a. M., Schüler des Gymnasiums seiner Vaterstadt, und erhielt eben- falls das Zeugniss der Reife. 4 Die Aufnahmeprüfung fand am 26. April statt. Nach dem Ergebnisse derselben, be-
ziehungsweise auf den Grund von Abgangszeugnissen des Pädagogiums zu Dillenburg, wur- den 62 Schüler in das Gymnasium aufgenommen und zwar 1 in Ib., 1 in IIa., 6 in III., 1 in IV., 2 in V., 4 in VI. und 47 in VII.. 18 Am 27. April wurde das neue Schuljahr in feierlicher Versammlung der Lehrer und Schüler in der Aula mit Gebet, Anrede und Vorhalt der Schulgesetze durch den Director in herkömmlicher Weise eröffnet, worauf am 28. April der Unterricht seinen Anfang nahnn.
Am 18. Mai unternahmen die Lehrer classenweise mit den Schülern gemeinschaftliche Spaziergänge nach verschiedenen schönen Punkten der Umgegend und trafen später auf dem Neroberge zusammen, wo bis zum Abende in heiterem Beisammensein verweilt wurde.
Die Pfingsferien, welche gesetzlich vom 3. bis zum 12. Juni hätten dauern sollen, wurden, da am 13. und 14. Juni die Generalversammlung des nassauischen Hauptvéreins der Gustav-Adolf-Stiftung stattfand, bis zum 15. Juni ausgedehnt. An dem Festzuge, wel- cher sich im Gymnasialgebäude versammelte und von hier aus sich nach der evangelischen Kirche begab, betheiligten sich die evangelischen Lehrer des Gymnasiums und 42 aus den vier oberen Classen ausgewählte Schüler.. 2
Während der gedachten Ferien unternahm Conrector Seyberth mit den Schülern der Obersecunda, welchen sich auch Schüler aus anderen Classen anschlossen, eine Turn- fahrt nach dem Laacher See. 3
Am 13. Juni starb nach kurzem Krankenlager der Quintaner Ferdinand Diepen- brock, dessen Leiche am 16. Juni von Lehrern und Schülern zur letzten Ruhestätte gelei- tet wurde.
Am 17. Juni wurde in der Aula des Gymnasiuias das fünfzigjährige Gedächtniss der Sschlacht bei Waterloo durch eine öffentliche Schulfeierlichkeit, welcher viele Waterloo- Veteranen beiwohnten, nach folgendem Programme begangen:
Chorgesang. Choral:„Allein Gott in der Höh' sei Ehr'“, Harm. von Seb. Bach. 1) Prolog, gespro- chen von dem Tertianer Carl Bogler. 2) Die Siegesbotschaft von Uhland: Der Sextaner Meinhard Hoff- mann. 3) Die Schlacht beim schönen Bunde, von Arndt: Der Sextaner Wilhelm Bogler. 4, Der 18. Juni 1815, von Rellstab: Der Septimaner August Lade. Chorgesänge: a, Abschied von Deutschland, Volksweise aus dem Jahre 1815; b, Lebewohl, Volkslied. 5) Vorträge: Der letzte Kampf der Verbündeten gegen Na- poleon, 15.— 18. Juni 1815: 1, Die Schlachten bei Quatre-Bras und Ligny: Der Oberprimaner Ferd. Reich- mann; 2, Die Schlacht bei Waterloo: Der Oberprimaner Rudolf Jung; 3, Die Theilnahme der nassauischen Truppen an don Kämpfen von 1815: Der Oberprimaner Leopold Brunn. Altdeutscher Schlachtgesang für Männerchor, von Julius Rietz. 6) Toast auf das deutsche Volk, von A. Bercht: Der Quartaner Wilhelm Mollier, der Quartaner Julius Buths, der Quintaner Sergey von Tscherevine. 7) Braunschweig's Preis, von Rückert: Der Quartaner Max Hildebrand. 8) Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels, von A. Schreiber: Der Quintaner Rudolf Scheuten Chorgesänge: a, Reiters Morgengesang; b, das Lied vom Feldmarschall(Volksweisen). 9) Blücher bei Ligny, von F. W. Rogge: Der Tertianer Carl Grün. 10) Die letzte Stunde der Schlacht bei Waterloo, von C. F. Scherenberg: Die Obersecundaner Ernst Bickel und 4


