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jeden Woche durch die Classenconferenz erfolgt, fand nur bei einem einzigen Schüler statt. Uebrigens sind alle in den früheren Jahresberichten erwähnten Einrichtungen und Anord- nungen des Gymnasiums zur Handhabung der Schuldisciplin und zur Erzielung eines ge- sitteten und anständigen Verhaltens der Schüler sowohl in als ausser der Schule in un- ausgesetzter Anwendung geblieben.
I. Cesundheitszustand der Lehrer und Schüter.
Die Mitglieder des Lehrercollegiums blieben in verfossenem Schuljahre von allen er- heblichen Gesundheitsstörungen verschont, mit alleiniger Ausnahme des Professor Schulz, welcher, nachdem er schon längere Zeit leidend gewesen war, sich gegen Ende November nach Vorschrift seines Arztes genöthigt sah, sich bis zu seiner Wiederherstellung von jeder beruflichen Thätigkeit zurückzuziehen. Da die durch seine Beurlaubung erledigten Lehr- stunden unter andere Lehrer vertheilt wurden und auch in den übrigen Fällen, in welchen einzelne Lehrer durch Unwohlsein oder anderweite Beschäftigung zur Aussetzung von Lehr- stunden sich genöthigt sahen, ausreichende Vertretungen stattfinden konnten, so ist die vollständige Durchführung des vorgesetzten Lehrpensums durch die gedachten Verhinde- rungen nicht beeinträchtigt worden. Was das physische Wohl unserer Zöglinge betrifft, so sind zwar mehrere derselben äuf längere Zeit durch Krankheit am Schulbesuche verhin- dert worden und wir wurden überdies durch den Tod dreier hoffnungsvoller Schüler in Trauer versetzt; allein im Allgemeinen war der Gesundheitszustand unserer Schüler nicht unbefriedigend und bot keine von unseren früheren Erfahrungen abweichenden Erscheinun- gen dar. Die Anstalt hat fortwährerd auch dem körperlichen Wohle der ihr anvertrauten Zöglinge jede mögliche Fürsorge gewidmet und hofft, sobald ihr-durch Wiedergewinnung eines Turnplatzes und den Besitz einer Turnhalle die Möglichkeit geboten sein wird, die körperlichen Uebungen in ausgedehnterem Maasse zu betreiben, auch in Bezug auf das körperliche Gedeihen ihrer Zöglinge noch erfreulichere Erfahrungen zu machen.
II. Chronik des Gymnasiums.
Zunächst ist hier das Ergebniss der am Schlusse des Schuljähres 18646 6 mit 19 Abi- turienten vorgenommenen Maturitätsprüfung(s. Programm v. 1865 S. 40) nachzutragen. Nachdem auf die am 6., 7., 8. und 9. Februar vorgendmmene schriftliche Prüfung am 23., 24. und 25. März die mündliche gefolgt war, erhielten die sämmtlichen Abiturienten das Zeugniss der Reife für die akademischen Studien und zwar: Gustav von Arnoldi aus Wiesbaden, Christian Bauer aus Marienfels, Hermann Bender aus Kirberg, Carl Braun, Adolf Emmerich, Maximilian Emmerich, Maximilian Genth, Philipp Hess,, Her- mann Jäger aus Wiesbden, Adolf Kleinschmit aus Arolsen, Carl Lautz aus Wies- baden, Wilhelm von Moltke aus Ranzau in Holstein, Emil Pfeiffer, Wilhelm Schulz, Hermann Simon aus Wiesbaden, Adolf Steubing aus Idstein, Jakob Travers, Frie- drich Werren und Albert Withe ilj aus Wiesbaden.


