und Metrik daran geknüpft. Declamationsübun- gen; Aufsätze. Bogler, Conrector.
IIb. 2 St. Erklärung von Gedichten aus Spiess' Lesebuch. Die Elemente der Poetik. Declama- tionsübungen und Aufsätze. Schulz, Professor, nachher: Bernhardt, Professor.
IIa. 2 St. An das Lesen und Erklären von meist lyrischen und didaktischen Stücken aus Spiess Lesebuch knüpfte sich eine kurze Darstellung
der Stilistik und Metrik, sowie das Ausarbeiten von Aufsätzen(Charakteristiken und kleine Ab- handlungen.)— Memoriren und Declamiren. Seyberth, Conrector.
I. 3 St. Geschichte der deutschen Nationallitera- tur, von den ältesten Zeiten bis auf Opitz, nach der dem geschichtlichen Grundrisse von Pütz angehängten Uebersicht, veranschaulicht theils durch Proben aus dem altdeutschen Lesebuche, theils durch Mittheilung des Inhalts und durch Charakteristik der bedeutendsten Dichtungen. Gelesen und erklärt wurden Goethe's„Iphigenie auf Tauris“ und„Torquato Tasso“, sowie mittel- hochdeutsche Dichtungen nach der vom Lehrer herausgegebenen Auswahl, insbesondere die in denselben enthaltenen Abschnitte aus Gudrun, Heinrich von Veldeke, Hartmann von Aue, Wolf- ram von Eschienbach, Gottfried von Strassburg und Walther von der Vogelweide. Aufsätze und metrische Uebersetzungen, Vortragsübungen.
Themata der deutschen Aufsätze:
In Ia.: 1. Ueber den Ausspruch: diu gir nach gro- zem guote vil boesez ende git(Nibel 1494).— 2. Vergleichung zwischen Goethe's„Iphigenie auf Tauris“ und Schillers„Jungfrau von Orleans.“— 3. Metrische Uebersetzung von Horat. carm. I., 12 und 17.— 4. Ueber den Ausspruch Jean Paul's:„Wirf' Deinen Anker nicht in den Erden- schlamm, soadern in den Ocean des Himmels- blau’s“.— 5. Ueber den Ausspruch Ovids(Pont. II., 9, 47):„Ingenuas didicisse fideliter artes Emollit mores nec sinit esse feros.“— 6.„Ein grosses Muster weckt Nacheiferung und giebt dem Urtheil höhere Gesetze.“(Schiller, Prolog zum Wallenstein).— 7. Inwiefern ist Lessings Aus- spruch wahr, dass die ersten Entschliessungen meistens nicht die klügsten, aber gewöhnlich die redlichsten seien?— 8. Ueber die Kraft zur sittlichen Erhebung in Schillers Balladen.— 9. Vergleichung zwischen dem peloponnesischen und dem dreissigjährigen Kriege.— 10. Warum ist bei allen Völkern die epische Poesie früher vorhanden als die dramatische?
In Ib.: 1. Mensch von der Macht der Verhältnisse unab- hängig machen?(mit Beziehung auf Soph. Antig. 559: bu. 2ℳαο πντ dα᷑, odd ⅜ SAcατ* utnei ouς roue eνε πραασοναιν‧ etνέ εeετσατd). — 2. Wie gelingt es Virgil(Aen. II.) seinen Helden bei der eigenen Schilderung seiner Flucht
und Niederlage vor dem Vorwurfe der Feigheit zu sichern, ohne ihn in Ruhmredigkeit verfallen
zu lassen?— 3. Metrische Uebersetzung von Horat. I., 9 und 10.— 4. Inwiefern enthält die
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Inwiefern und wodurch kann sich der
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Aufforderuug„Bete und arbeite“ die Bedingung. unseres Lebensglückes.— 5. Ueber den Aus- spruch des Isokrates, dass die Wurzel der Ge- lehrsamkeit bitter, die Frucht aber süss sei.— 6.„Auch der Reichthum ist eine Kraft, so gut wie Weisheit und Stärke, kann werden nicht minder ehrenhaft verwendet zum Menschheits- werke(Rückert.)— 7.„Was vergangen, kehrt nicht wieder; aber ging es leuchtend nieder, leuchtet's lange noch zurück.“— 8. Ueber Goethe's Ausspruch:„Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiss nichts von seiner eigenen.“— 9. „Welche Belehrungen können wir aus der Er- zählung:„Hannibal und Phormio“(Cic. de orat. II., 18) schöpfen?— 10.„Thu' nur das Rechte in deinen Sachen, das Andere wird sich von selber machen“(Rückert). Director Dr. Schwartz.
2. Lateinische Spracho.
VII. 9 St. Die regelmässige Formenlehre, ein- geübt durch mündliches und schriftliches Ueber- setzen der meisten Uebungsbeispiele aus Spiess' Uebungsbuch für VI. Cap. I. XXII. Exercitien. Büsgen.
VI. 9 St. Unregelmässige Formenlehre und die wichtigsten syntactischen Regeln mit schriftlicher Uebersetzung des deutschen und mündlicher des lateinischen Uebungsstoffes in Spiess' Uebungs- buch II., wöchentlich ein Exerc. schol. Am-
mann.
V. 9 St. a., 4 St. Lectüre: Gelesen wurde aus Corn. Nep. Aristides, Themistocles, Epaminondas, Agesilaos, Miltiades, Pausanias, Cimon, Lysander. Alcibiades, Hannibal, Eumenes Thrasybul, Conon.
b. 4 St. Grammatik. Nach der als Anlang zu Spiess' Uebungsbüchern herausgegebenen Syntax wurden gelernt und durch Uebersetzen der dazu gehörenden Beispiele in Spiess' Uebungsbuch 3. Curs. eingeübt: Cap. 82— 101.(Die Satz- theile, die Rection d. Casus, die Tempora, die Consecutio temp., die Modi und das Wichtigste vom Infinitiv.)—
c. Wöchentlich wurde ein Exercit, schol, geschrie- ben. Weldert.
IV. 9 St. 1) Prosaische Lectüre: Caes. d. b. Gall. III., IV., V., 1,— 15. 4 St. 2) Grammatik: Hauptsätze aus der Tempus- und Moduslehre nach der Grammatik von Madvig-Tischer, ein- geübt an den Beispielen von Spiess' Uebungs- buch für Quarta; wöchentlich 2 Ex dom. und 1 schol, 3 St. Otto, Conrector. 1
Poetische Lectüre: 2 St. Siebelis Tirocinium m. Ausw.
der leichteren und schwierigeren Stücke.— Proso- dik und Metrik. Dr. Cuntz, Professor.
III. 9 St. Prosaische Lectüre: Caes. de bell. gall.
I., 42 bis zu Ende; III., IV., V. 4 St.— Gram- matik: Wiederholung der Casus, Tempus- und Moduslehre, eingeübt durch mündliche u. schrift- liche Uebersetzung von Uebungsstücken aus
Spiess' Uebungsbuch für Tertia; 2 St. Exer- citien; 1 St. Bogler 2
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