Aufsatz 
Ueber die Notwendigkeit, unsere Schüler von vornherein zu einer korrekten Aussprache des Lateinischen anzuleiten / Amelung
Entstehung
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werden sofort sichtbar sein, wie man sich nach dem oben Bemerkten leicht vorstellen kann. Es ist eines jeden Pflicht und Schuldigkeit, seinen Unterricht so zu gestalten, wie es der Stand heutiger wissenschaftlicher Forschung verlangt. Die epochemachenden Werke der grossen Latinisten von Fr. Ritschl an bis auf F. Skutsch, um nur einen der Modernen zu nennen. sind nicht verfasst, um mit Stillschweigen übergangen zu werden, sondern sind zu dem Zwecke geschaffen, dass das Streben nach Wahrheit gefördert werde, und das Gymnasium und dieses muss hierin eine Ehre suchen die sicheren Resultate wissenschaftlicher Forschung sich aneigne und in seinen Râumen nicht ein Lateinsprechen duldet, welches man sich zwar im 18. Jahrhundert hat gefallen lassen müssen, das jedoch heute unhaltbar ist. Die wissenschaftlich als falsch erwiesene Aussprache des Lateinischen muss aus dem ÜUnter- richt am Gymnasium verschwinden, sonst werden die Worte eines Berufenen(Die Reform des höheren Schulwesens in Preussen, herausgegeben von W. Lexis, S. 172) wahr:»Wenn nun trotz ihr(nämlich der Wissenschaft) die Schule sagen wollte, bei uns kursiert das Katzen- gold weiter als vollwertig, so würde sie sich selbst ihr Urteil sprechen.« Wir müssen ein altes Unrecht, welches der landläufige Betrieb des Lateinischen sich der wissenschaftlichen Erkenntnis gegenüber hat zu schulden kommen lassen, wieder gut machen. Etwaige Schwierig- keiten, vielleicht richtiger Unbequemlichkeiten, die sich der Erfüllung dieser Forderung ent- gegenstellen würden kommen gar nicht in Betracht, wenn es sich handelt um die Wahrheit.

Benutzte Literatur:

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F. Stolz und H. Schmalz, Lateinische Grammatik im Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. Heraus- gegeben von J. v. Müller, Bd. II, III. Aufl. München 1900.

Berichtigung. Seite 3 Zeile 2 muss es statt ich»in« heissen. S 8 Z. 27 Demosthénes, Miltiades.