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Dieſs wären denn meine Gründe. Ich will wünschen, daſs man sie nicht ganz von der Oberfläche geschöpft finden mag. Der Uebersicht wegen füge ich eine Conjugationsta- belle bei. s. Beilage A.
Wenn es sich nun aber, so dürfte mich mancher, und nicht mit Unrecht fragen, wirklich so verhielte, daſs diese Tempora nicht dem Conjunctivus, sondern dem Optativus angehören, was wird dadurch der Grammatik für Nutzen ge- schaft, wird der Optativus in die grammatischen Lehrbü- cher der Lateinischen Sprache aufgenommen? Ohne mich weiter darauf einzulassen, antworte ich: Ist die Hypothese wahr, so werden das Imperf. u. Plusquamperf. als Tempora des Conjunctivus, trotz des Herkommens, eben so gut ver- schwinden, als das Futurum Conjunctivi uach Ursinus Un- griff verschwunden ist, so beftig auch Perizonius 14) dage- gen gekämpft hat; ist sie aber nicht gehörig begründet, oder gar unwahr, so mag ein Tüchtiger die Sache noch einmal aufnehmen, und besser begründen, oder verneinend den Streit für immer entscheiden. Untersuchungen der Art sind für die Grammatik, wo Gongara's Vers:
De las cosas mas seguras
Lo seguro es lo dudar, eher als anderswo gilt, nie ohne Nutzen gewesen.
14) Sanctii Minerv. ed. Bauer S. 191. cf. Alvarez Gr. corr. p. 59. Bangii Observ. philol. lib, I. de Conj. Haun. 1637. 8.


