Eine grammatische Abhandlung, die die Frühlingsprüfung der Zöglinge des akademischen Pädagogium anzuzeigen be- stimmt ist, sollte eines entschuldigenden Vorwortes eigentlich nicht bedürfen; denn kein Gegenstand ist wohl für eine sol- che Feierlichkeit passender, als ein grammatischer, oder pä- dagogischer. Allein das Publikum liest nicht gern sprach- wissenschaftliche Gelegenheitsschriften, und dieſs sollte dem Verfasser ein hinreichender Fingerzeig sein, etwas von all- gemeinern Interesse zu wählen. Ich hätte auch lieber von etwas anderm geredet, das, wiewohl sprachlichen Inhalts, doch die Aufmerksamkeit und Theilnahme mehr erregt, nämlich, daſs die Lateinische Sprache ihrem Baue nach mit der Deut- schen in einem nähern Grade der Verwandtschakft steht, als man gewöhnlich glaubt, wie ich dieſs auch an den Stamm- wörtern des Buchstaben L bestimmt nachgewiesen; da ich aber einige der nöthigen Werke zur nochmaligen Durchsicht der Belege nicht erhielt, und doch auch irgend einen Ab- schnitt aus den Alterthümern des Römisch- germanischen, oder Europäischen Mittelalters, womit ich mich seit langer Zeit,
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