Aufsatz 
Über Platons Beweise für die Unsterblichkeit der Seele / von A. Bölke
Entstehung
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TFext zu den Geſängen.

1.

Herrlich iſt Gott, unermeßlich iſt ſeine Herrlichkeit.

Wolken und Dunkel ſind um ihn her.

Gerechtigkeit iſt ſeines Stuhles Feſte.

Feuer geht vor ihm her und verzehrt ſeine Feinde.

Herr! verderb' uns nicht in deinem Zorn!

Schone! Israel hoffet auf dich, o Herr!

Denn deine Gnad' iſt grenzenlos.

Schone! Wenn auch der Sturm brauſet und tobt,

Harret doch Israel treulich des Herrn;

Deſſen Gnade uns beſchirmet, deſſen Güte uns bewahrt.

Preis, Lob, Macht, Ruhm und Kraft ſeiner großen Herrlichkeit! Amen.

4

Hört, wie die Wachtel im Felde dort ſchlagt:

Wollte Gott! wollte Gott! käm' nur ein Schauer! ſie ſagt. Flieget von einem in's andre grüne Feld,

Und uns das Wachsthum der Früchte vermeld't;

Auch uns beim Sonnenſchein gar freundlich vermahnt: Danket Gott! danket Gott! für die ſchönen Früchte im Land!

Fähret der Bauer früh Morgens in's Feld: Grüß dich Gott! grüß dich Gott! von ihr den Gruß ſchon erhält.

Suchet mit ihrem annehmlichen Schlag

Ihm die Feldarbeit zu vermindern den Tag.

Iſt ſie von Singen und Schwingen ermatt':

Gute Nacht! gute Nacht! ruft ſie, ſobald es wird ſpat.

Kommen die Schnitter, ſo ruft ſie ganz keck: Tritt mich nicht! tritt mich nicht! ſich ganz zur Erden darſtreckt.

Fliegt von geſchnittenen Feldern hindann, Weil ſie ſich nirgend verbergen mehr kann; Sagt auch: ſie finde kein Körnlein mehr drin:

Taugt mir nit! taugt mir nit! ſagt ſie, und flieget dahin.

Iſt nun die Ernte ſchon völlig vorbei:

Harte Zeit! harte Zeit! kommt bald der Winter herbei.

Flieget von unſeren Landen hinfort,

Sucht einen ſchönern, annehmlichern Ort;

Wünſcht auch dem Lande zuletzt noch dies an:

B'hüt' dich Gott! b'hüt' dich Gott! ruſt ſie und flieget avon.

Iſt nun die Wachtel ſo dankbar und ſagt:

All's von Gott! All's von Gott! der uns die Früchte gemacht;

Nun, ihr undankbaren Chriſten herfür,

Lernt dies ſchöne Lehrſtück von dieſem kleinen Thier;

Ruft auch von Herzen, mit Lippen und Sinn:

Gott ſei Dank! Gott ſei Dank! der uns die ſchönen Früchte darbringt!

7.

Singe, wem Geſang gegeben,

In dem deutſchen Dichterwald! Das iſt Freude, das iſt Leben, Wenn's von allen Zweigen ſchallt! Nicht an wenig ſtolze Namen

Iſt die Liederkunſt gebannt; Ausgeſtreuet iſt der Samen

Ueber alles deutſche Land.

Deines vollen Herzens Triebe, Gib ſie keck im Klange frei! Säuſelnd wandle deine Liebe, Donnernd uns dein Zorn vorbei. Singſt du nicht dein ganzes Leben, Sing' doch in der Jugend Drang! Nur im Blütenmond erheben Nachtigallen ihren Sang.

Heilig achten wir die Geiſter,

Aber Namen ſind uns Dunſt,

Würdig ehren wir den Meiſter,. Aber frei iſt uns die Kunſt.

Nicht in kalten Marmorſteinen,

Nicht in Tempeln, dumpf und todt:

In den friſchen Eichenhainen

Webt und rauſcht der freie Gott.