Aufsatz 
Lahnstein in den Kriegsereignissen des 18. Jahrhunderts. I
Entstehung
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General von der Leyen geschickt, damit Vorsorge getroffen würde, dass die Stadt von den herabmarschierenden Truppen möglichst verschont bleibe. Es musste aber doch ein neues, grösseres Wachthaus an der Lahn gebaut und die Brücke wieder aufge- schlagen werden. Die ersten Truppen kamen zu Wasser, und eine Landung derselben konnte rechtzeitig verhütet werden. Dann näherte sich ein grosser Zug von der Höhe her. Deshalb ritt der Bürgermeister mit einem Bürger nach Kemel und Schwalbach, damit die in Mainz gemachte Verteilung der Quartiere von den andern Beamten nicht geändert würde. Dann eilte noch der Kammerrat selbst dem ankommenden Volk bis Nastätten entgegen. Der Marsch durch die Stadt vollzog sich in guter Ordnung, und der Kammerrat präsentierte dafür dem General Lumly in Nieder- lahnstein im Auftrage des Gerichts 19 Mass guten Wein und 6 lebende Feldhühner. Noch war viele Bagage zurück, da wollten schon die Trierischen in Niederlahnstein auf ihrer Seite die Brücke abbrechen, und der Gerichtschreiber musste noch in der Nacht zum Landrentmeister in Ehrenbreitstein, damit diese länger stehen bliebe, was denn auch geschah. Eben war dann wirklich am 10. Dezember die Brücke abgebrochen worden, da kam die Nach- richt, dass neue Völker von der Höhe her anrückten. Die beiden Boten, die von hier nach Nastätten reiten sollten, um Kundschaft einzuziehen, kamen nur bis Braubach und warteten auf die Rück- kehr der Ordonnanz, die von dort aus auf die Höhe gesandt war. Auf die erhaltene Auskunft hin ersuchte der Kammerrat den schon genannten Ingelheimschen Verwalter Schunk auf dem Spiess, nach Nastätten zu reiten, damit die Völker hiesige Stadt und ihre Höfe verschonten und den Marsch anderweitig nähmen. Das gelang auch, und Herr Schunk verlangte für den Ritt und seine Bemühungfür diesmal nichts. Damit war die Sorge für dieses Jahr behoben, und Kammerrat, Pastor, Fähnrich und Bürgermeister konnten nach Niederlahnstein gehenwegen einer guten Prob Bleichert für Ihre Excellenz H. General von der Leyen, der hiesiges Städtlein von der letzten englischen Einquartierung befreit. Es war ein für die Bürgerschaft recht unruhiges Jahr gewesen, zumal sie selbst öfter erwarten musste, zur Verteidigung von Stadt und Land herangezogen zu werden. So wurden 50 Pfund Blei bei dem Juden Jospel in Niederlahnstein gekauft, daraus Kugeln gegossen und unter die Bürger verteilt. Dass es