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die Spanier herbei, die alsbald von den Niederlanden anrückten. Eine 3000 Mann ſtarke Abteilung des ſpaniſchen Heeres unter dem General Ernſt Merode) beſetzte im April die Stadt Coblenz. Dann wurde die Beſatzung von Oberlahnſtein durch ſpaniſche Truppen verſtärkt, und Spanier beſetzten die Burg Lahneck.²) Inzwiſchen waren auch die Franzoſen von Lothringen aus an den Rhein gerückt. Der General de la Saludie zog mit etwa 1000 Mann zu Schiff von Bingen nach Lorch, ging dann über das Gebirge bis Montabaur und kam nach Ehrenbreitſtein, wo ihm am 6. Juni der Erzbiſchof ſelbſt die Thore öffnete.“) So waren die Spanier in Coblenz und die Franzoſen in Ehrenbreitſtein nur durch den Rheinſtrom geſchieden und„gar unleidliche Nachbarn; ſie ſahen einander übel an und begrüßeten ſich mit groben Stücken.“¹) Doch ſollte das nicht lange währen. Schon war ein franzöſiſches Korps unter Marſchall d'Effiat vor Coblenz gerückt, mußte aber unverrichteter Dinge abziehen. Jetzt ſandte der ſchwediſche Reichs⸗ kanzler den Feldmarſchall Horn, um die Spanier völlig zu vertreiben. Dieſer rückte um die Mitte Juni von Mainz mit 14 000 Mann auf der linken Rheinſeite gegen Coblenz vor. Den überlegenen Streitkräften hielt Merode nicht lange ſtand; er kapitulierte und verließ am 1. Juli die Stadt mit klingendem Spiele.⁵) Bald nachher übergaben die Sieger dieſelbe den Franzoſen. Auf der rechten Rheinſeite zog zur ſelben Zeit eine Schar Schweden unter dem Obriſtwachtmeiſter Hünerfuß vor Ober⸗ lahnſtein. Mit dieſen Truppen vereinigte der Graf Johann von Naſſau⸗ Idſtein den Naſſau⸗Saarbrückiſchen Ausſchuß, den er, wie er ſelbſt berichtet, auf 6000 Mann gebracht hatte. Graf Johann hatte den ſchwediſchen Kanzler um einige ſchwere Geſchütze gebeten, die dieſer ihm bereitwillig zuſagte und ihm auch jegliche Förderung ſeines Unternehmens durch den Feldmarſchall Horn verſprach.“) Gegen Ende Juni lagerten die Truppen vor der Stadt; 4 Tage widerſtanden die Belagerten den Angriffen der Gegner, und manche Kugel mochte inzwiſchen den Weg in
¹) Es iſt der Bruder des bekannten kaiſerlichen Generals Johann Merode, von dem im Simplicius der Name„Merodebrüder“ hergeleitet iſt. Hallwich, Merode S. 60.
²) Keller, Drangſ. 180.
³) Schlieph.⸗Menzel, Geſch. v. Naſſau VI, 484.
⁴¹) Th. Eur. II, 607.
⁵) Theatr. Eur. II, 608.
⁶) Naſſauiſche Annalen XXIII, 105.


