Aufsatz 
Die Entwicklung des lateinischen höheren Schulwesens in Frankfurt/M
Entstehung
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Fassen wir unsere Darlegungen zusammen, 80 ergiebt sich, daß bis zum Jahr 1843 2 lateintreibende höhere Lehranstalten vorhanden waren: das Gymnasium und die Selekten- schule. Von diesem Zeitpunkt an ist das Gymnasium die einzige derartige Anstalt, nur 12 14 Schüler der Selektenschule nehmen an dem dort gebotenen Unterricht im Lateinischen und Griechischen teil, alle anderen höheren Schulen sind lateinlos. Sechs solcher Anstalten

Sind vorhanden: Musterschule, Realschule der israelitischen Gemeinde, Selektenschule,

Unterrichtsanstalt der israelitischen Religionsgesellschaft, Höhere Gewerbeschule, Höhere Bürgerschule.

Wir sehen hieraus, welche große Bedeutung die lateinlosen höheren Lehranstalten vor 1866 in dem Frankfurter Schulwesen gehabt haben. Noch klarer geht das aus den später folgenden Zusammenstellungen der Frequenzen hervor; an dieser Stelle sei nur erwähnt, daß 1864 von den 1341 Schülern der höheren Schulen(die Vorschüler abgerechnet), 172 Gymnasiasten, 1169 Realschüler Waren; 12,8% gegen 87,2%.

Nach 1866 tritt ein Wandel ein; die Schulverhältnisse Preußens werden für die Entwicklung der höheren Schulen in Frankfurt bestimmend, wie auch umgekehrt Frankfurt und andere Städte der neuen Provinzen Preußen in Bezug auf das lateinlose Schulwesen peeinflussen. Man vergleiche u. a. nur die Lehrpläne(Seite 12 u. 13) der Musterschule und der höheren Bürgerschule aus dem Jahre 1866 mit denen der lateinlosen höheren Schulen Preußens aus den Jahren 1882, 1892, 1901. Die Anderungen bei den letzteren sind größer als die Abweichungen von den Frankfurter Plänen. Mit einer größeren Stundenzahl ist nur Schreiben und kaufmännisches Rechnen in Frankfurt bedacht.