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Die Entwicklung des lateinlosen höheren Schulwesens in Frankfurt a. M.
Die Adlerflychtschule sieht Ostern 1901 auf eine 25 jährige Vergangenheit zurück.
Was liegt für den Leiter der Anstalt näher, als an einem solchen Zeitabschnitt zurückzuschauen und Auskunft zu geben über das Werden und Wirken der Schule?
Unsere Anstalt wurde zu einer Zeit gegründet, in der nach dem Eintritt Frankfurts in den Preußischen Staatsverband das städtische Schulwesen nach langem Stillstand den Anlauf zu einer außerordentlich schnellen und vielseitigen Entwicklung nahm. Es scheint daher unabweislich, sowohl auf die früheren eigenartigen hiesigen Verhältnisse einzugehen als auch die Einrichtung des höheren Unterrichtswesens in Preußen kurz zu skizzieren, wenn man die Tragweite der Veränderungen, welche die Schule seit ihrem Bestehen betroffen haben, verstehen und die Stellung der Anstalt in dem so blühenden Frankfurter Schul- wesen richtig beurteilen will.
Die nachfolgenden Blätter sind für die Eltern unserer Schüler und alle die Laien bestimmt, die sich für höheres Schulwesen interessieren. Die Darstellung ist daher lediglich referierend und sucht jede Polemik zu vermeiden. Da wir eine zusammenfassende Arbeit über das Frankfurter Schulwesen nicht besitzen, so war die Beschaffung des Materials, namentlich des statistischen, recht langwierig. Leider fehlte es auch an Zeit, sich ein- gehender in den interessanten Stoff zu vertiefen. Die Ausführungen sind deshalb nicht erschöpfend, sondern sollen nur orientieren.
Eine Zusammenstellung der Litteratur findet sich am Schluß der Abhandlung.
Die Entwicklung des Frankfurter Schulwesens bis zum lJahre 1866.
Wie in anderen deutschen Städten war auch in Frankfurt in den ältesten Zeiten der Schulunterricht mit den kirchlichen Institutionen eng verbunden. Die katholischen Stifte gründeten Anstalten, in denen sowohl für die Bildung angehender Kleriker als auch für die der Laien gesorgt wurde. So finden wir hier solche Schulen bei dem Bartholomäusstift und später bei den Stiften von St. Leonhard und Unserer lieben Frauen. Die Schule im Bar- tholomäusstift zerfiel in eine niedere und in eine höhere„Domicellarschule“ für junge Geistliche. Die höhere Abteilung ging nach der Gründung der Universität Mainz im Jahre 1477 ein, da von den Domicellarschülern der Besuch dieser Universität verlangt wurde. Die Frequenz der Anstalten war für die damalige Zeit nicht unbedeutend; es


