Aufsatz 
Das doppelte Motiv im Freiermord oder der ursprüngliche Schluss der Odyssee / von Adam
Entstehung
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chrenvollen Aufforderung des Reichskanzleramtes Folge leistend an den in Berlin stattfindenden Berathungen der Commission zur Untersuchung der Reblauskrankheit des Weinstockes theilnahm. Später übernahm der- selbe auf den Wunsch des Herrn Reichskanzlers und mit Genehmigung des Herrn Ministers die Funktion 4 als Sachverständiger für die in derselben Angelegenheit etwa erforderlich werdenden technischen Untersuchungen in den rechtsrheinischen Weinbaugebieten des preussischen Staates sowie in denen am Main und im Regierungs- bezirk Cassel und war durch dieses Amt genöthigt, seinen Unterricht an 4 Tagen auszusetzen. Ferner wurde der Gymnasiallehrer Dr. Wesener in seiner Eigenschaft als Reserve-Officier zu einer sechswöchent- lichen militairischen Dienstleistung einberufen und dadurch vom 31. Juli bis zum Schlusse des Sommer- semesters seiner amtlichen Thätigkeit im Gymnasium entzogen. Das Ordinariat der Quinta Cöt. B. verwaltete während dieser Zeit der Candidat Schenkheld. Der Oberlehrer Dr. Eikemeyer fehlte wegen Krankheit am 9. Juni, am 2. November pr., darauf vom 5. bis zum 25. Februar c. und endlich vom 1. bis zum 29. März c. Auch in den letzten Wochen des Schuljahres konnte er nur einen Theil seiner Lectionen wieder übernehmen. Ebenso setzte der Gymnasiallehrer Weinmann vom 10. Februar bis zum Ende des Semesters seine Lehr- stunden aus. Mit der Führung des Ordinariates der Quinta Cöt. A. wurde in diesen 2 Monaten der Candidat Nau betraut. Ausserdem mussten wegen Unwohlseins oder aus anderen Gründen vertreten werden: der Oberlehrer Seyberth an 5, Oberlehrer Dr. Müller an 3, Gymnasiallehrer Dr. Flach an 6, Gymnasiallehrer 3 Ammann an 2, Dr. Büsgen an 11, Dr. Adam an 1, Hülfslehrer Göpel an 6, Plementarlehrer Schmitt an 8 Tagen. Den Berichterstatter endlich verhinderte die Mitwirkung bei der Prüfung der einjährig Frei- willigen, am 11., 13. und 14. März c. seine Lectionen zu halten.

15) Zum Schluss sei hier noch einer Erwerbung Erwähnung gethan, in Folge deren für ein seit Jahren gefühltes dringendes Bedürfniss der beiden hiesigen königlichen Gymnasien nunmehr, wie zu hoffen ist, recht bald Abhülfe geschehen wird. Wir entbehren nämlich noch immer einer Turnhalle, so dass der Turn- unterricht im Winter und bei ungünstiger Witterung auch im Sommer bisher gänzlich ausfallen musste. Da obendrein unser Turnplatz(an der oberen Rheinstrasse) ziemlich weit von den Gymnasien entfernt liegt, so war die völlige Einfügung des Turnunterrichts in den Schulplan und damit eine weit bessere Ausnutzung der Zeit bis jetzt ganz unmöglich. Inzwischen hat der Herr Minister der geistlichen etc. Angelegenheiten im Einverständniss mit dem Herrn Finanz-Minister genehmigt, dass die den Schwestern Frl. Emma und Natalie Bernhardt gehörige an der Luisenstrasse gelegene Besitzung zum Preise von 80,000 Gulden seitens des Nassauischen Central-Studienfonds angekauft werde, und verfügt, dass auf dem hinter dem Hause liegenden Grundstücke die Turnhalle für die Gymnasien erbaut werde. Bauplan und Kostenanschläge sind bereits von der hiesigen königlichen Bauinspektion entworfen und liegen dem Herrn Minister zur Genehmigung vor. Es wird beabsichtigt, nach Vollendung des Baues für das ganze Jahr ein geregeltes Klassenturnen ein- zuführen, wodurch der bisher höchst mangelhafte Turnbetrieb eine ganz andere Bedeutung und einen weit höheren Werth für die Erhaltung und Kräftigung der Gesundheit unserer Schüler erlangen wird. Der nach Erbauung der Turnhalle übrig bleibende Raum des Bernhardt'schen Grundstückes wird auch für die Freiübungen der einzelnen Klassen vollkommen ausreichen, wenngleich verschiedene Turnspiele, Ordnungs- und Exercierübungen mit grösseren Massen von Schülern dort nicht vorgenommen werden können. Da indess das hiesige Garnison-Kommando mit dankenswerther Freundlichkeit die Mitbenutzung des grossen Exercier- platzes an der Schiersteiner Strasse den beiden Gymnasien für diesen Zweck gestattet hat, so wird dadurch jener kleine Uebelstand beseitigt. Ein allen Anforderungen entsprechender Turnplatz in unmittelbarer Nähe der Gymnasien war eben leider nicht zu ermitteln.

Der Herr Minister hat ferner gestattet, dass die Parterreräume des Bernhardt'schen Hauses seitens der Anstalt vom, Centralstudienfonds gemiethet werden, um die bei der wachsenden Ausdehnung des Gym- nasiums nöthigen Klassenzimmer dort einzurichten. Freilich wird damit nur dem augenblicklichen Nothstande einigermassen abgeholfen(vergl. S. 28), während die Beschaffung aller uns fehlenden Räume, wie eines Zeichensaales, eines physikalischen Kabinets, passender Lokale für die Lehrerbibliothek etc. nur durch die- projektirte Erbauung eines dritten Stockwerkes auf dem Gymnasialgebäude zu ermöglichen sein wird.