36
ausserdem im geometrischen Zeichnen eine Fertigkeit nachweisen, d. h. die Befähigung im Linear- zeichnen von einfachen Gegenständen aus dem Gebiet der Architektur, der Maschinenkunde oder an- derer Fächer des praktischen Lebens eine Projection, geometrisch oder perspectivisch, einschliesslich der Schattenconstruction zu zeichnen.
Von VI ab dienen als Vorbilder die Wandtafeln von Troschel, dessen Lehrmethode im Allgemeinen streng festgehalten wird.
VII. Elementarzeichnen(Linien in verschiedenen Massen und Verbindungen, Winkel und gradlinige Figuren.
VI. Fortgesetztes Elementarzeichnen(Kreise, Kreistheile, Ovale und reguläre Polygone), Vorübun- gen zum Zeichnen von Ornamenten in Verbindung mit Architektur(architektonische Glieder, Anwendung der Glieder, natürliche Blattformen, Vasen, Verzierungen der Glieder etc.).
V. Anfänge im perspectivischen Zeichnen und architektonisches Zeichnen wie in Sexta.
IV— III. Perspektivisches und architektonisches Zeichnen(Gitter, Schnecken, Friese, Rosetten, Consolen, Zwickel, Säulenordnungen); Feihandzeichnen(Gesichtstheile, Köpfe etc.).
II— I. Perspektivisches Zeichnen und Zeichnen von Gesichtstheilen und ganzen Köpfen, 2 St.
I. Geometrisches Zeichnen: Die Perspective mit mathematischer Begründung; die Kegelabschnitte und ihre wichtigsten Eigenschaften, 1 St.
10. Schreiben.
Um eine gute und reinliche Handschrift zu erzielen, wird in allen Klassen mit grösster Sorgfalt darüber gewacht, dass die Arbeiten auch in Bezug auf die Form(Schrift, Brechen des Randes, Lösch- blatt, Umschlag etc.) den Anforderungen genügen. Nachlässige Schüler werden in die Extra-Schreib- stunde(Mittwoch Nachm. 2—3 Uhr) geschickt.
VIII—IV. Stufenweises Fortschreiten nach Maasgabe und unter Benutzung der Lesshaft'schen Schreibschule.
11. Singen.
Ziel. Einfache Choral- und Volksgesänge werden neben dem mehr künstlerischen Gesange, der nur im„grossen Chore“ geübt wird, nicht vernachlässigt. Zu diesem Ende sind zunächst 20 Volks- lieder aus dem„Sängerhain“ von Erk und 15 Choralmelodien ausgewählt, die jeder Schüler der An- stalt, sofern ihn seine Confession daran nicht hindert, nach Text und Melodie memorirt, so dass zu jeder Zeit ohne Notenapparat gesungen werden kann.— Dispensation vom Gesangunterricht tritt nur auf Grund eines ärztlichen Attestes in der Zeit des Stimmbruches der Schüler ein.
VIII— VII. Einübung von 10 Choralmelodien und 10 Volksgesängen.
VI. Einübung der Daur-Tonleiter und des Dreiklanges innerhalb einer Octave, Gehörübungen, Belehrungen über Takt und Pausen, Notenlesen. Einübung von Choral- und Volksmelodien.
Kleiner Chor(die weniger für Gesang befähigten Schüler aller Klassen von Quinta aufwärts). Einübung der Choräle und Volkslieder, ein- und zweistimmig.
Grosser Chor(die besten Sänger aller Klassen). Fortgesetzte Belehrung über die Tonarten, Tonleitern, Intervalle, Schlüssel etc.)— Mehrstimmiger Gesang(Choräle, Lieder, Motetten, Cantaten).
12. Turnen.
Ziel. Dieser Unterricht, gleich wichtig in Bezug auf die dadurch erstrebte körperliche Gewandt- heit und Tüchtigkeit, als auch in Bezug auf die dadurch gewirkte heilsame Zucht, die Nährung des Sinnes für Ordunung und das Bewusstsein der engen Zusammengehörigkeit, wird an der hiesigen An- stalt besonders gepflegt. Es kommt dabei nicht darauf an, dass einzelne Schüler durch schwierige Productionen glänzen, sondern dass alle nach Massgabe ihrer Kräfte möglichst vielseitig gefördert werden, um zu einer harmonischen Ausbildung ihres Körpers zu gelangen.


