Aufsatz 
Über den Gebrauch der Brillen, mit besonderer Rücksicht auf die studierende Jugend
Entstehung
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welchen dieses mit dem kommenden Lichtstrahl in dem ersten Medium bildet, heisst Ein- fallswinkel; den Winkel dagegen, welchen der im zweiten Medium fortgehende Strahl mit der Verlängerung des Einfallslothes bildet, nennt man den Brechungswinkel oder Ablenkungswinkel. 1

Ist der Einfallswinkel grösser als der Brechungswinkel, so sagt man, der Strahl ist nach dem Loth gebrochen worden; ist hingegen der Einfallswinkel kleiner als der Brech- ungswinkel, so ist der Strahl von dem Loth abgelenkt, von demselben weggebrochen worden.

2een eeMeE rde e n Vanhe ane hen dünnee afenehe ne a Reheee übergeht, nach dem Loth gebrochen, während der aus einem dichteren in ein dünneres Medium übergehende Strahl von dem Lothe weggebrochen wird. Geht z. B. ein Lichtstrahl aus der Luft in Wasser, oder aus Wasser in Glas, oder aus der Luft in Glas, so wird er nach dem Loth gebrochen; eine Brechung von dem Lothe findet dagegen statt bei dem Uebergang aus Glas in Wasser, aus Wasser in Luft u. s. w. Gceht ein Lichtstrahl aus einem Medium in ein anderes und aus diesem wieder in jenes, wie etwa aus der Luft in Glas und aus diesem wieder in die Luft, und die beiden Uebergangsflächen sind parallel, so wird der Strahl nicht eingeknickt, sondern nur etwas verschoben, so dass die Richtungen desselben vor und nach dem Durchgang durch das zweite Medium parallel laufen.

Sind die Flächen eines durchsichtigen Körpers keine Ebenen, sondern zwei nach einem bestimmten Gesetze gekrümmte Flächen, so nennt man einen solchen Körper eine Linse.

Die einfachsten Linsen und gerade diejenigen, die hier in Betracht kommen, sind die, deren Oberflächen Kugelsegmente sind; sie heissen sphürische Linsen, und man unter- scheidet sechs verschiedene Formen derselben.

Es können nümlich beide Flächen convex(erhaben) sein: Biconvex-Linse. Die eine Fläche ist erhaben, die andere concav(hohl), doch so, dass die Linse nach dem Rande zu an Dicke abnimmt: Concavconvex-Linse. Eine Flüche ist eben, die andere erhaben: Planconvex-Linse. Sind beide Flüchen ausgehöhlt, so hat man eine Bicbncav-Linsc. Die eine Fläche ist ausgchöhlt, die andere bauchig, dieses gibt die Convexconcav-Linse, wenn sie gegen den Rand an Dicke zunimmt. Ist endlich die eine Fläche eben, die andere hohl, so stellt diese Form die Planconcav-Linse dar: Sämmtliche Convex-Linsen sind gegen den Rand dünner als in der Mitte, die Concaven dagegen sind in der Mitte am dünnsten.

Die Radien der Kugeltheile, welche die Oberflächen der Linse bilden, heissen Krüm- mungshalbmesscr. Nach bekannten geometrischen Sätzen ist der nach einem Punkte der Linsenoberfläche gezogene Krümmungshalbmesser das Einfullsloth für dicsen Punkt. t

Betrachten wir nun die Wirkung der Linsen auf die Richtung der darauf fallenden Lichtstrahlen.j ncm fe uf 1ihce Antr I e Wlcrieict

Es sei M N Fig. 1. eine Biconeav-Linse, E ein leuchtender Punkt, C und e die Krümmungsmittelpunkte, so ist a b die chse; die Mitte von a b ist der optische Mittel- punkt, und bin Strahl, welcher in der Richtung der Achse liegt, ein Achsenstrahl. Der von dem Punkte L ausgehende Achsenstrahl L b geht, weil er senkrecht auf die Linse trifft, ungebrochen durch dieselbe, und behült aus demselben Grunde auch nach dem Durch- gange die näimliche Richtung bei Der Achsenstrahl erleidet also keinerlei Ablenkung durch die Linse.. enfb f†eod RAr) ib 1