Aufsatz 
Über den Gebrauch der Brillen, mit besonderer Rücksicht auf die studierende Jugend
Entstehung
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UCeber den Gebrauch der Brillen. mit besonderer Rücksicht auf die studirende Jugend.

Der Gebrauch der Brillen ist in unsern Tagen unter den gebildeten Ständen, beson- ders unter der studirenden Jugend, so huufig geworden, dass dieser Gegenstand unsere Aufmerksamkeit auf sich zichen muss; denn wenn auch die Erscheinung im Ganzen in der durch die Zeitverhültnisse bedingten Erzichung begründet und insofern nicht ganz zu be- zeitigen ist, so kann doch auf der andern Seite nicht in Abrede gestellt werden, dass das Brillentragen um ein merkliches würde vermindert werden; wenn jeder, der sich einer Brille bedient, die Nachtheile kennte, die aus unzweckmässigem oder verkehrtem Gebrauche der Brillen für das Schorgan erwachsen. SN IAHRiaeey not

Der Raum dieser Blätter soll daher dem beregten Gegenstande gewidmet und zwar soll nachgewiesen werden, bei welchen Augenfehlern eine Brille anwendbar ist, welche Vorsicht beim Gebrauche derselben angewandt werden muss und welche Nachtheile verkehrter Ge- brauch zur Folge hat. Da dieses jedoch, chhe den Hergang des Sehens zu kennen, nicht verstanden werden kann, und dieser auf physikalischen Gesetzen begründet ist, so sollen die wichtigsten dahin einschlagenden optischen Gesetzc voransgeschickt werden, diesen der Ilergang des Schens folgen und daran sich das Nöthige über den Gebrauch der Brillen anreihen. MiN ASAt e h l r g

Die Optik oder die Lehre vom Licht Jehrt unter Anderem: Ein Küörper, welcher das Vermögen besitzt, Lichtstrahlen von sich ausgehen zu lassen, heisst ein leuchtender Körper. Jeder leuchtende Körper sendet Lichtstrahlen nach allen Richtungen; jeder einzelne Punkt eines solchen entsendet also einen Lichtbüschel oder Lichtkegel. Ein Körper, welcher den Lichtstrahlen einen Durchgang gestättet, heisst durchsichtig. Durchsichtige Körper, durch welche Lichtstrahlen gehen, nennt man ein Mittel oder Medium dieser Strahlen.

So lunge ein Lichtstrahl in demselben Mediüum, von derselben Beschaffenheit, bleibt, geht er in gerader Richtung fort; sobald er ber an der Grenze zweier Medien unter einem schiefen Winkel gegen die Grenzfläche trickt, wird er von sciner bisherigen Richtung abgelenkt, er wird gebrochen.. A e h IfLSt d Ffrkir

Zicht man an dem Punkte, wo ein Lichtstrahl aus einem Medium in ein anderes übergeht, ein Loth auf die Grenzfläche, so heisst dieses das Einfallsloth. Der Winkel,

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