Aufsatz 
Die Methoden der Planimetrie vom didaktischen Gesichtspunkte / vom ... J. Ernst
Entstehung
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Die Mathematik übt unter sämmtlichen Disciplinen des Gymnasialunterrichts wol den mächtigsten Einflusz auf die Entwicklung und Schärfung des Denkvermögens, da ihr keine andere Wissenschaft an Strenge beim Begründen ihrer Wahr- heiten gleichkommt. Ihre Lehren bilden nicht eine Reihe willkürlich nebeneinanderstehender Sätze, sondern lassen sich allenthalben in organischer Entwicklung darstellen, und sind darum besonders geeignet den Lernenden zu jener ununter- brochen angestrengten Selbstthätigkeit zu nötigen, von der vorzugsweise aller Erfolg beim Unterrichte abhängt. Soll die Mathematik aber als Unterrichtsgegenstand das leisten, was man mit Recht von ihr erwarten und fordern kann, soll sie den ihr gebührenden Antheil an der zu höheren Studien befähigenden Durchbildung des jugendlichen Geistes haben, dann musz der Unterricht in ihr auch so ertheilt werden, dasz der Schüler jene organische Gliederung ihrer einzelnen Lehren klar durchschaue, und dasz die Gründe für dieselben von ihm aus den in der Sache notwendig gegebenen Elementen mit jedem nur möglichen Grade von Selbstständigkeit herausgefunden werden..

Die folgenden Blätter haben den Zweck eine kurze Characteristik der bisher in den Elementen der ebenen Geometrie üblichen Methoden zu liefern, und deren Wert vom didaktischen Gesichtspunkte aus zu prüfen. Der Verfasser hat sich auf die Elemente der Planimetrie beschränkt, weil ihm gerade diese an den meisten methodischen Mängeln zu leiden scheinen, während sie doch den bei weitem wichtigsten Theil des geome- trischen Unterrichts auf Gelehrtenschulen ausmachen.

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