Aufsatz 
Rede am hundertjährigen Geburtstage Schiller's
Entstehung
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20. Februar 1860. Das Provinzial-Schul-Collegiom ermächtigt am 19. April, dem Todestage Philipp Melanchthons, eine angemessene Schulfeier zu veranstalten.

C. Chronik des Gymnasiums.

Den Geburtstag Sr. Majestät des Königs feierten wir mit der Gemeinde in der Domkirche; den Ge- burtstag Sr. Königl. Hoheit des Prinz-Regenten im Kreise der Schule. Die Festrede hielt der Subrector Thielemann über das Thema:Die Grundlagen der Macht Preussens.

Am 25. Jani und 19. November feierten Lehrer und confirmirte Schüler das heilige Abendmahl im Dome. Die vorbereitende Andacht im Betsaale des Gymnasiums hielten der Oberlehrer Dr. Gloël und der Mathematicus Dr. Witte.

Am 19. März 1860 fand unter dem Vorsitz des Regierungs- und Schulrath Herrn Dr. Trinkler die Abiturienten-Prüfung statt.

Am 10. November begingen wir in dem festlich geschmückten Schlossgarten-Salon unter zahlreicher Betheiligung des Publikums den hundertjährigen Geburtstag unseres Friedrich Schiller. Die Schüler de- clamirten Scenen aus Schiller'schen Dramen und Gedichte; mit ihnen alternirte der Sängerchor des Gymnasiums, welcher mehrstimmig componirte Schillersche Gedichte vortrug. Die Festrede, welche die- sen Schulnachrichten vorgedruckt ist, hielt der Gymnasiallehrer Bethe. Nach derselben sang die hiesige Liedertafel unter der Leitung ihres Dirigenten des Herrn Cantor Brandt den von Mendelssohn-Bartholdy componirten Hymnus an die Künstler; wir sind der Liedertafel für den würdigen Abschluss unserer Schul- ſeier zu dem lebhaftesten Danke verpflichtet.

Am 4. November starb in Magdeburg nach kurzem Krankenlager der Königliche Provinzial-Schulrath Herr Wendt. Sein Andenken wird bei Allen in Ehren bleiben, welche wissen was die Gymnasien Posens, Pommerns und Sachsens ihn verdanken, welche seine Humanität und Herzensgüte erkannten. Mir war er nicht nur ein wohlwollender Ver deleen sondern ein gütiger Freund, stets bereit durch Mittheilungen aus dem reichen Schatze seiner pädagogischen Erfahrungen und seiner wissenschaftlichen Erkenntniss anzuregen und zu belehren. Ich werde es nie vergessen, wie Vieles und wie Grosses ich dem Entschla- ſenen schulde.

D. Statistische Verhältnisse. 1) Zahl der Schüler.

Das Gymnasium besuchten im Sommer-Semester 159 Schüler, von denen I8 in Prima, 20 in Se- cunda, 36 in Tertia, 30 in Quarta, 37 in Quinta und 18 in der Vorbereitungsklasse sassen.

Im Winter-Semester besuchten dasselbe 155 Schüler, von denen 17 in Prima, 21 in Secunda, 38 in Tertia, 32 in Quarta, 30 in Quinta, 17 in der Vorbereitungsklasse sassen.

2) Neuaufgenommene(24).

In Secunda 2, Wilhelm Boltze aus Dederstädt, Albert Stief aus Erfurt.

In Tertia 2, Adolph von Diepenbroick-Grüter ans Merseburg, Panl Köhlaun aus Wiehe, Friedrich Dreger aus Naumburg aB.

In Quarta 3, Georg Marx aus Zöschen, Karl Wagner aus Artern, Karl Schlegel aus Schaafstädt.