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Es iſt allgemein angenommen worden, daß, wie legeram eine Zuſammenſetzung des Perfektſtammes mit dem Imperfect von esse ſei, ſo legerim eine dergleichen von dem Perfektſtamme mit dem Conjunctive von esse.
In der 1. Conjugation ſind nur wenig verba radicalia wie amare, juvare, tonare, denen man zum Theil anſieht, daß ſie urſprünglich nicht nach der 1. gegangen ſind, z. B. tonat, Perf. tonuit, juvit, jutus, sonat, sonuit, sonitum, domat, domuit. Selbſt amare kann man hierher rechnen, denn wir haben noch amita i. e. soror patris amata.
Die derivata der 1. Conjugation behalten im Perfekt ihr avit ete Wir haben zu ſcheiden entweder die denominativa und die deverbalia. Die erſten ſind meiſt tranſitiv oder factitiv. Albare= album facere, im Gegenſatz zu albere, fugare. Die deverbalia ſind Intranſitiva, gebildet mit der Ableitung tare, titare. Dieſes t muß in allen Fällen in s übergehen, wo es im Supin. und Particip. als s erſcheint. Dicit, dictat, dictitat, prendit. prensat, prensitat, clamat, clamitat. Bei Verbis der 1. Conjugation tritt itat ſtatt tat hinzu: clamat, clamitat, vocat, vocitat etc.
Von der 4. Conjugation hat man wol behauptet, ſie begriffe hauptſächlich onomatopoética. indem die Endung ire einen lauten Schall der Thiere bezeichne, z. B. garrire, hinnire; aber wir haben auf balare, boare. Mit den Onomatopoeticis iſt überhaupt in der Grammatik nicht viel anzufangen. Sagen wir im Allgemeinen folgendes von der 4. Conjugation: daß nur ſehr wenige von ihnen radicalia ſind, manche dagegen abgeleitet von den Subſtantiven der 3. Decl., welche urſprünglich auf is ausgingen oder noch jetzt auf is ausgehen, finis, finire, mens, mentis, mentiri ꝛc. Andere abgeleitete der 4. Conjug. ſind desiderativa auf turio oder surio: caccaturire, esurire. Trotz aller ſcheinbaren Analogie hat dieſe Form auf turio nichts gemein mit dem Particip. auf turus, denn turus hat ein langes u, und turio ein kurzes. Sollen wir eine Vermuthung ausſpre⸗ chen, ſo iſt esurio genau dieſelbe Bildung wie oxe⁵ααee; denn nehmen wir das r zwiſchen den beiden Vokalen in surio als eine Verhärtung von sum, wie dare aus dase, generis aus genesis,
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arboris aus arbosis.— Nun meinen die gelehrten Leute, es wäre das e in legerim eine Vokalis conjunctiva aber viel natürlicher ſcheint es zu ſein, es für eine vocalis radicalis zu halten. esum sum esim zu erim in legerim esam— eram in leg-eram eso— exro in leg-ero.
Auffallend könnte endlich noch erſcheinen der Wechſel des Vokals in volo und vult einerſeits und velim und vellem und vis auderſeits. Es iſt hier gerade wie mit facultas und facilis. Folgt auf ein i, ſo iſt der vorausgehende Vokal ein e oder i; iſt er aber ein andrer Vokal, ſo ſteht vor dem l ein u oder o. Der doppelte Conſonant hat dieſelbe Kraft auf den vorausgehenden Votal, als wenn hinter dem l ein i ſteht. Aus der Form vis müſſen wir daher ſchließen, daß ſie urſprüng⸗ lich velis oder vilis geheißen habe: denn hätte hier ebenſo wie in der 3. Perſon volt oder vult unmittelbar hinter dem 1 ein s geſtanden, ſo ſollten wir vols oder Vuls erwarten; aber nie eine Form mit dem Vokal i.


