Aufsatz 
Nachrichten über das Leben des Oberschulraths Dr. Joh. Phil. Krebs und seines Sohnes, des Prof. Dr. Rudolf Krebs / E. Bernhardt
Entstehung
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2. Von Sam. Taylor. Andover Massachusetts, Sept. 7. 1843. (A. d. Engl. übersetzt.)

Hiermit übersende ich Ihnen meine Uebersetzung IhrerAnleitung zum Latein- schreiben, welche ich Sie ersuche annehmen zu wollen. Ich fühle mich Ihnen für die werthvolle Belehrung, die ich selbst aus dem Studium dieses Buches empfangen habe, ausserordentlich verpflichtet. Die Anlage ist meiner Ansicht nach bewundernswürdig, in- dem sie den Schüler Schritt für Schritt(von Stufe zu Stufe) in seiner Kenntniss der Sprachregeln weiterführt. Erst seit einem Monat wurde das Buch in diesem Lande aus- gegeben. Es ist sehr günstig von den Zeitschriften angezeigt worden und bereits in einige unserer Schulen, unter andern auf der Universität zu Cambridge, welche als die erste in unserem Lande betrachtet wird, eingeführt. Ein Professor auf einer unserer höheren Unterrichtsanstalten bemerkte, dass die Erscheinung dieses Buches eine neue Epoche in dem Studium der latein. Sprache bei uns machen würde. Die Uebersetzung wurde nach Ihrer achten Ausgabe gefertigt. Eine der letzten Nummern von Jahn's Jahrbüchern belehrte mich von dem Erscheinen der 9. Ausgabe, gerade als meine Uebersetzung die Presse passirt hatte. Es würde mich sehr erfreuen, von Ihnen einige Winke in Betreff künftiger Ausgaben meiner Uebersetzung zu hören und zu empfangen. Auch würde ich mich glücklich schätzen, eine biographische Skizze Ihres Lebens von Ihnen zu empfangen, wenn Sie die Güte haben wollten, dieselbe für eine folgende Ausgabe der Anleitung zu besorgen. Professor Beck, dem ich die Uebersetzung vor dem Druck vorgelesen, ist ein geborener Deutscher und ein Zögling des Grammatikers Zumpt. Er hat grossen An- theil an dem Buche. Prof. Edwards an dem theologischen Seminarium dahier und ich sind eben mit einer Uebersetzung der 2. Ausgabe von ihres Landsmanns Kühner Schul- grammatik der griech. Sprache beschäftigt. Diese Ausgabe halten wir für sehr werthvoll. Sie schen also, dass wir immer von Ihrem Lande als unsern besten Führern im Studium der Klassiker abhängen, und wir fühlen uns darin sehr glücklich, so lange wir so reiche Schätze auszubeuten finden.

Ich werde diesen Brief durch Hrn. Eduard Robir absenden, der grade auf unserem theologischen Seminarium promovirt hat und eben im Begriff ist, nach Deutschland abzu- gehen, um zwei oder drei Jahre auf Ihre Universitäten zu verwenden. Er ist ein sehr würdiger junger Mann und tüchtiger Gelehrter. Einige Belehrung in Bezug auf seine Studien, welche Sie ihm zu geben im Stande würen, würden sehr dankbar angenommen werden.

Mit ausgezeichneter Verehrung und Hochachtung Ihr ergebenster

S. H. Taylor.