6*“
ſäule will ich dir ſchikken, ſo bald ſich iemand findet, der ſie mitnehmen will, oder was dir lieber ſein wird, ich will ſie ſelbſt mit brin⸗ gen. Denn ich bin Willens, wenn es mir mein Amt verſtattet, eine Luſtreiſe zu dir zu machen. Ich ſehe die Freude in deinem Ge⸗ ſichte uͤber mein Verſprechen, zu dir zu kom⸗ men; aber du wirſt die Stirne wieder run⸗ zeln, wenn ich hinzuſeze nur auf wenige Ta⸗ ge. Denn eben die Urſachen, die meine Ab⸗ reiſe verzoͤgern, erlauben mir auch keine lange Abweſenheit. Lebe wohl.
Neue Ueberſezung.
Erſt noch vor kurzem habe ich aus der Erbſchaft, die mir zeurheuen iſt, eine korinthi⸗ ſce Statuͤe gekauft, eine im Grunde kleine, aber niedliche und ausdruksvolle Statuͤe, wenn ich anders einigen Geſchmak habe; wie⸗ wohl ich meinem Geſchmakke überhaupt nicht viel zutraue, und in Sachen von der Art am allerwenigſten. Doch auf dieſe Statüe ver⸗ ſtehe ich mich ſo gar. Denn ſie iſt unbeklei⸗ det, und laͤßt uns ihre Tugenden voͤllig ſehen⸗ ohne ihre Fehler, wenn ſie anders welche hat, zu verbergen.
Das Ganze ſtellt einen Greis im Ste⸗ hen vor, an welchem die Knochen, Muskeln, erven, Adern; ia ſogar die Runzeln eben ſo ins Geſicht fallen, als wenn er lebte und athmete. Die wenigen Haare an dem Kopfe egen


